Zweitwagen richtig versichert? Bungle in the Jungle

Das Wort „Tarifdschungel“ können wir eigentlich nicht leiden – aber leider muss man zugeben, dass sich der Deutsche Markt nahezu zu der Komplexität und Vielfalt von Tarifen entwickelt hat, die man früher nur auf dem britischen Markt kannte. Wir haben zudem in den letzten Tagen noch einmal einige Fragen zum Thema Schufa / Versicherung und Versicherung / Neue Saison  bekommen und fassen die jetzt einfach mal aktuell zusammen, bevor wir die einzeln beantworten.

Vielleicht noch einmal, um hier Missverständnisse auszuräumen: Ein Schufa Eintrag ist auch heute noch keine echte Hürde, die einen Versicherungsvertrag verhindert – zumindest, solange es ausschließlich um die Haftpflicht geht – hier gilt in Deutschland nach wie vor der sogenannte „Kontrahierungszwang“ – sprich: Versicherer müssen dir einen Vertrag (Kontrakt) für die KFZ-Haftpflicht geben – jedoch: Bei Vergleichsportalen können sie selbstverständlich nicht im Vergleich auftauchen, wenn sie dir nicht so gerne einen Vertrag geben möchten wie anderen Kunden. Aus dem Bereich „sprechende Domains“ lächelt Dir da kfzversicherungtrotzschufa.de entgegen, die hier noch weitere Fälle erfasst haben – und hier noch mit anderen Missverständnissen aufräumen.

Trotzdem gilt auch hier: Vergleich bleibt nach wie vor sinnvoll – denn auch auf der Jagd nach 2 Euro Ersparnis willst Du Deine Lebenszeit ja nicht mehr damit verschwenden, die WebSites aller 118 zugelassenen Versicherer abzugrasen, um dann dort auf bizarre Tarifrechner zu stoßen, von denen Dich jeder etwas anderes fragt.

wenn der erste eigene Wagen kommt, sind „neue Lösungen“ gefragt – die sind jedoch trotz schriller Mode-Tarife oft noch „die alten“

Im Bereich Schufa gibt es aber noch mehr zu beachten, was in den Mails oft verschwimmt: Es gibt harte und weiche Treffer – wer also schon einmal „die Hand heben musste,“ wie man im Volksmund so nett sagt, ist ein anderer Treffer, als derjenige, der bei Amazon 6,90€ nicht bezahlt hat, weil er vergessen hatte, seine Kontonummer umzustellen.

Aus dem Bereich des Vergleichens kam hier noch „“was ist die Billigste für meine Tochter?“

Drei Komponenten spielen hier noch einmal eine Rolle:

  • Die Tochter „mit auf den Vertrag“ nehmen – sprich als zulässige Fahrerin eines Fahrzeuges der Versicherung gegenüber anzugeben, mag komfortabel erscheinen, wenn man die Tochter bitten kann, heim zu fahren, wenn man doch noch ein Bier mehr beim Grill-Abend trinken möchte. Wenn das jedoch 2 Mal im Jahr vorkommt, ist das ein teurer Spaß, der sich im Grunde nicht lohnt: Das Erfassen junger Fahrer – vor allem solcher, die selbst einen Wagen besitzen – ist wirtschaftlich nicht zu empfehlen.

    Zweitwagen ist nicht gleich Zweitwagen, wenn es in den Tarifbestimmungen der Versicherer ans Eingemachte geht

  • „Es gibt Versicherer, bei denen ich den Zweitwagen wie den ersten versichern kann“ – hier gilt es, sehr genau zu lesen, auch wenn das schmerzhaft ist. Auch solche Versicherungen, die hiermit laut werben, verkaufen oft eine Mogelpackung, denn „Zweitwagen“ meint ganz oft nicht „jeden Zweitwagen,“ sondern das nette Cabrio für den Sommer, den Youngtimer, der nur 3.000 Kilometer bewegt wird – Fahrer unter 25 …. äh – nein, eher nicht.
    Und das ist nur eine Facette. In anderen Klauseln ist sehr verklausuliert geregelt, welcher Rabatt weiter gegeben wird, wenn die Versicherung gewechselt wird – und der stellt den Fahrer oft sogar schlechter, wenn er zu einer anderen Versicherung wechselt.
  • Die beste Version ist nach wie vor die, den Zweitwagen auf den Fahrer mit der höchsten Schadensfreiheitsklasse (= dem niedrigsten Prozent-Wert) zu versichern und dort ehrlich die Tochter als Fahrerin anzugeben – das ist nämlich, obwohl die Lösung auf den ersten Blick oft teurer erscheint, die nachhaltigste Lösung

…und daran hat sich über die Jahre nichts geändert – marktschreierische Angebote hin oder her.




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