Zuverlässige Autos – welche Marke?

Zuverlässige Autos – Eines der beliebtesten Stammtischthemen überhaupt. Und vor allem: Eine Diskussion, die gerne auch mal ohne Fakten geführt wird oder auch mit „Fakten“ über zuverlässige Autos wie „Mein Opa hatte den alten Daimler – der ging nie kaputt“…

Wir hatten es hier schon ein paarmal angedeutet – es gibt gute Fakten – und die vermutlich besten, auch bezogen auf Billigautos, sind die Daten der britischen Gebrauchtwagenversicherer. In Deutschland haben wir das auch – da heißt das meisten „Gebrauchtwagen-Garantie“, ist aber im Grunde das Gleiche, da es uns vor den gröbsten Schäden nach dem Kauf eines gebrauchten Autos schützen soll.

In Großbritannien werden diese Daten jedoch – im Gegensatz zu Deutschland – auch zu Markte getragen. Das ist das eine – hinzu kommt noch auf der Haben-Seite, dass die Briten nicht ansatzweise soviel Autolobby haben wie die Deutschen, wo jedes Kind in der Schule lernt, dass Zuverlässige Autos aus Deutschland kommen – das muss auch so sein, schließlich hängt ja in Deutschland jeder 6. Arbeitsplatz von der Auto-Industrie ab – also sind Deutsche Autos auch zuverlässige Autos, denn ohne Auto zum Stammtisch zu kommen, weil der Wagen gerade in der Werkstatt ist,  wäre ja irgendwie peinlich, nachdem man das doppelte dafür ausgegeben hat wie der Freund mit dem Mazda, dem Hyundai, dem Dacia, Younameit.

Spätestens seit den Nichts-Ist-Unmöglich-Zeiten in den späten 80ern weiß jeder, dass Toyota zuverlässige Autos zusammenschrauben kann – aber was sprechen die Zahlen der Gesamtheit?

Top 10 zuverlässige Autos

Der Reliability Index der Briten für Reparaturwahrscheinlichkeit und Reparaturkosten weist erst einmal die 10 zuverlässigsten Autos aller Klassen und Marken aus – und die sind:

  1. Kia Picanto 
  2. Vauxhall Agila 
  3. Suzuki Alto 
  4. Honda HR-V 
  5. Ford Fiesta 
  6. Toyota Corolla 
  7. Suzuki Ignis 
  8. Volvo S40 
  9. Honda Jazz 
  10. Mazda 2
…die Deutschen Fahrzeuge mal in blau hervorgehoben – der Vauxhall Agila entspricht dabei dem gleichnamigen Opel. Interessant auch: Der Spitzenreiter Kia Picanto, hat eine 97% geringere Wahrscheinlichkeit für eine Panne oder teure Reparatur als der Durchschnitt – fährt also praktisch fehlerfrei oder zumindest mit lächerlich billigen Reparaturen, wenn man so will. Die Nummer 10, Mazda 2, liegt immer noch 80%punkte besser im Bereich zuverlässige Autos als der Durchschnitt.
Machen wir uns nun mal den Spaß, am anderen Ende der Skala für zuverlässigste Autos nachzusehen, also das unzuverlässigste Auto, respektive die teuersten möglichen Reparaturen, dann sieht das Bild erstaunlich teutonisch aus:Zuverlaessige Autos - ist der Benz noch dabei
  1. Mercedes-Benz SL 
  2. Mercedes-Benz CL 
  3. Land Rover Range Rover
  4. Mercedes-Benz S-Klasse
  5. Renault Espace
  6. Jeep Grand Cherokee
  7. Mercedes-Benz V-Klasse
  8. Nissan Pathfinder
  9. Land Rover Freelander
  10. BMW 7er

Auch die alte Entschuldigung der Deutschen „Unsere Autos sind Firmenwagen mit hohen Laufleistungen“ hilft hier nicht – in England trifft das nämlich nicht zu, weil da auch ein Mazda oder Toyota im Firmenfuhrpark gern gesehen ist. Der schlechteste Score in dieser Range, der Mercedes SL, weist dabei übrigens einen Index von 376 auf für Wahrscheinlichkeit und Kosten von Reparaturen. Klar – hier sind auch die Teile teurer, als bei einem Picanto, aber erwartet man nicht eigentlich, für das Geld dann auch eine entsprechend höhere Zuverlässigkeit?

Ist das nicht die Stammtisch-Botschaft des teutonischen Wagens?

Puuuhh – lassen wir also mal die Diskussion großes Auto, kleines Auto raus – wie sieht es bei den Marken aus, nach denen wir Käufer zuverlässiger Billigautos Ausschau halten sollten. Stimmt hier die Heiligsprechung des Mercedes?

Zuverlässige Autos – die Marken

Die Rangliste ist eindeutig (mit jeweiligem Index, bei dem 100 der Durchschnitt aller Fahrzeuge ist):

  1. Honda     30.75
  2. Suzuki     37.67
  3. Toyota     53.27
  4. Ford         53.64
  5. Kia            59.75
  6. Mazda     63.50
  7. Mitsubishi 63.67
  8. Subaru    66.25
  9. Smart      68.00
  10. Daewoo   69.50 (Heute Chevrolet)
Da stockt dem Teutonen der Atem – Hyundai, Lexus und Nissan folgen übrigens auf Spuckweite der Spitzengruppe – Mercedes, Audi und BMW belegen die Plätze 31,29 und 26, was leider exakt für die Wahrnehmung spricht, die wir hier schon 1995/96 durch eine Befragung von weit über 800 Kfz-Mechanikern ermittelt haben – die Deutschen Premium-Autos können ihre hohen Preise nicht ansatzweise durch Zuverlässigkeit wettmachen. Übrigens: Bei Platz 35 ist dann auch schon Schluß….
Also ganz klar: Wenn du billig und zuverlässig ankommen willst und dich die potentiellen Reparaturen nicht gleich in den Ruin treiben sollen, dann vergiss die Chrom-Verlockung und kauf Dir ein Asiatisches Auto oder einen Ford – und jetzt ab zum Stammtisch.


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7 Kommentare

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  • Ralf Berghoff

    Zum Artikel: Die Zuverlässigkeit der Einzelbauteile muss nicht schlechter sein! Aber deutsche Autos sind häufig komlexer aufgebaut und vernetzt. Allein die höhere Anzahl von Komponenten setzt die Zuverlässikeit nach unten.
    So ist dass nunmal entweder ich will günstig mit überdachter Zünkerze fahren oder ich muss mit höheren Reperaturrechnungen klarkommen!!!

    Aber auch Statistiken sind so eine Sache sofern nicht alle Randfaktoren gleich sind! So hat der Porsche in der Pannenstatistik immer gut abgeschnitten! Wartungszustand und Fahrprofil gehen nicht in die Bewertung ein. Gewartet werden solche Kisten immer besser als Wagen für Ottonormal-verbraucher! Dann kommen noch werksinterne Abschleppservice und unerwähnter Austausch von Ersatzteilen bei Werkswerkstattwartung usw…

    NAja den W124 bloßzustellen passt nicht so ganz richtig!
    So war dieser in seiner Klasse einer der besten in Sachen Zuverlässigkeit! Gerade die Vokammersaugdiesel sind Musterknaben in Sachen Zuverlässigkeit!
    Die technische Wertigkeit der Komponenten ist einmalig im Sinne von Zuverlässigkeit ,Wartbarkeit sowie Ersatzteilverfügbarkeit!!! Dieses Dreieck bestimmt die Instandhaltbarkeit!!!!!!
    Die Reiheneinspritzpumpe macht ihn zu stolzen Inhaber von Pumpen, welche aus Kostengründen nur in LKW`S , Traktoren und anderen Großmaschinen eingesetzt wurden! Diese haben bei wechselnder Kraftsoffqualität Vorteile gegenüber Verteilereinspritzpumpen, Pumpe Düse sowie dem Commonrailsystem. Die Partikelgröße darf größer und der Filtrierungrad niedriger sein als bei anderen Einspritzsystemen sein!
    Und das sage ich nicht aus Liebhaberrei, sondern als Besitzer mehrerer verschiedener Marken aus den 80er und 90 er…

    Gut ein Wenig mag ich meine W124 Diesel schon. Das war Wertarbeit. Da gab es noch kein Design to costs scheiß!!!

    • billigautos

      Hm… vom „Bloßstellen“ des W124 kann hier wohl keine Rede sein – das Bild hat illustrativen Charakter – auf den W124 lassen wir so schnell nix kommen.

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