Dacia Duster 2016

Warum fährst Du denn Dacia?

Unsere Bereitschaft, neue Autos zu kaufen, liegt ja in etwa bei Null. Unsere Bereitschaft, einen nahezu neuen Dacia zu kaufen, liegt im Grunde auch nicht so viel höher – dennoch mussten wir uns für den schon eine ganze Menge dummer Sprüche gefallen lassen.

Der rumänische Sozialismus-Muff ist lange durch bei Dacia

Und da müssen wir ganz klar sagen: Hirnwäsche und Deutsche Stammtische überwiegen hier ganz klar Fakten und Erfahrung. Wir hatten jetzt über die letzten Jahre so ziemlich alle Dacias, die der Markt hergibt. Also nicht mal nur einfach so probegefahren, sondern beispielsweise einmal den Sandero über den Winter, der Dokker und den Lodgy als Lastenträger für den großen Urlaub mit Kindern.

Alle konnten uns – auch das ist natürlich nur ein subjektiver Teilausschnitt – auch über längere Zeit überzeugen.

Dacia: Philosophie

Hinzu kommt aber etwas viel wichtigeres: Dacia ist die einzige Marke, die Ihren Billig-Auftrag ernst nimmt und somit tatsächlich zur Massenmotorisierung zum vernünftigen Preis beiträgt. So gibt es beispielsweise keinen einzigen „GTI“ im Modellprogramm – keinen Dacia, der schneller als Hundertpaarungsiebzig fährt.

Dacia gönnt sich mittlerweile auch in der Werbung einen selbstbewussten Auftritt

Warum das gut ist? Ganz einfach: Auf diese Weise wird sichergestellt, dass das Modellprogramm nicht sinnlos diversifiziert wird und alle die Kosten tragen. Was man sich nicht vergegenwärtigt: Selbst, wenn Du den Polo GTI nicht kaufst, zahlst Du ihn teilweise – denn der Wagen muss so konstruiert werden, dass die Stabilisatoren, die dickeren Bremsen, die breiteren Räder rein passen – und dafür zahlst Du am Ende auch dann, wenn Du daran absolut keinerlei Interesse hast.

Hinzu kommt: Keine Prestige-Modelle, keinen Unsinn

Ebensowenig wie Dacia einen GTI baut, gibt es aus der Herstellung der Renault-Tochter ein Coupé mit geringen Stückzahlen, ein Cabrio oder eine Oberklasselimousine, die keiner kauft. Dacia tut exakt das, was der Unternehmensberater als Kernkompetenz beschreibt, der Volksmund als den Schuster, der bei seinen Leisten bleibt.

Und das ist gut so – denn auch in dieser Dimension gilt: Was meinst Du, wer experimentelle Volkswagen wie den fettleibigen und erwartbar erfolglosen Phaeton bezahlt hat? Der Phaeton-Käufer? LOL

Dacia Duster 2016

Der Dacia Duster hat fast so etwas wie einen gewissen Kult-Status erlangt – das hätte beim Start der Marke in Deutschland keiner erwartet

Und deshalb zählt auch der Vorwurf „Die fertigen ja in einem Billig-Lohn-Land…“ auch nur begrenzt. Einerseits ist das ja sehr erwartbar, oder? Soll Dacia in der Schweiz fertigen, in Liechtenstein oder Schweden, damit die Autos das Doppelte kosten. Wohl kaum. Aber Fakt ist eben, dass sie nicht ausschließlich dadurch ihren Preisvorteil generieren – sie heben den eben auch durch die strategisch klaren Entscheidungen, Volumenmodelle zu bauen, die sich allesamt an die Vernunft halten. Denn – so gerne wir das hin und wieder auch tun – realistisch betrachtet braucht niemand die Geschwindigkeiten jenseits der 170.

Und die Dacia-Konkurrenz?

Hm… Wer soll denn das eigentlich genau sein, diese Dacia-Konkurrenz. Gerne wird da Skoda angeführt. Kann man hier eigentlich kaum noch gelten lassen,. Skoda ist mittlerweile eine etwas billigere und größere Version von VW – und schleppt alle Probleme dieser Konstellation mit sich. Was sich beispielsweise darin zeigt, dass sie längst nicht mehr immer billiger sind als die Modelle aus dem Hause Volkswagen. Im Schnitt ist Seat der Hersteller der Volkswagen mit dem besten Preis Leistungs-Verhältnis – aber das nur ganz am Rande.

Dacia zeigt, wie es geht, wenn es sein muss. Die verbaute High Tech hat einen geringen Vernetzungsgrad

Fiat kann man noch anführen – die würden wir beinahe durchgehen lassen – schließlich haben sie mit dem Tipo ein recht konsequentes Fahrzeuge der neuen Billig-Front geschaffen. Auf der anderen Seite leisten sie sich Idiotien wie den Fullback und den 124er Spider, die die Bilanz verhageln – und das mit Ansage.

Derzeit das beste Auto im Lada-Programm: Lada Largus, den wir noch als Dcia Logan MCV kennen

Schaut man sich in den Ländern um, in denen die Leute pauschal die billigeren Autos fahren, fällt sicher noch Lada ins Raster. Auch die fahren ja eine ähnliche konzeptionelle Ausrichtung wie Dacia – nur, dass sie einfach die schlechtere Startposition haben. Obwohl sie – wie Dacia – beide zum Mutterkonzern Renault gehören, wenn auch in verschiedenen Konstellationen – sind die Fahrzeuge noch in vielerlei Hinsicht sozialistischer Muff – während Dacia vernünftige moderne Fahrzeuge mit gescheiter Sicherheit und vernünftigen Verbrauchswerten zu teils besseren Konditionen an den Markt schicken kann. Strategisch fragen wir uns fast, was das Lada Label noch soll – und warum Lada nicht einfach Dacias mit Lada-Label verkauft, wie sie zum Teil mit dem Largus schon tun. Aus gutem Grund. Schräg irgendwie.

Aber all das lässt uns in Summe schon zu dem Schluß kommen, dass Dacia vieles richtig macht, wenn es darum geht, die Kosten sinnvoll zu reduzieren. Dass sie dabei in verschiedenen Qualitätskriterien mit in Afrika gefertigten Fahrzeugen besser abschneiden als die deutlich teurere Mutter-Marke, gibt einem wirklich zu denken…

2 Kommentare

  • Stefan Mühlbauer

    Ich habe mir im September 2012 meiner ersten Lodgy gekauft. Weil ich Platz brauche und mein Auto in 4 Jahren „kaputt“ fahre mit einer Jahreskilometerleistung von ca. 90.000 tsd. im Jahr. Was soll ich sagen, ein wahnsinnig gutes Auto. Bis 300.000 tsd. nur Reifen, Bremsen, Zahnriemen und Inspektion (allerdings alle 20.000 km, aber von irgendwas muß ja die Renault Werkstatt auch leben…). Nie stehen geblieben und immer voll beladen mit 6,5 Liter Diesel gefahren.
    Nachdem das Auto bei 300.000 durch einen Auffahrunfall geschrottet wurde, (Restwert nach 4 Jahren und 315.000 tsd. km € 5.100,-) habe ich lange überlegt und gesucht, weil es langweilig ist wieder das gleiche Auto zu kaufen. Aber alle Alternativen kosten mind. € 10.000 mehr. Also wieder Lodgy gekauft, wieder in der Topversion „Prestige“ In der Ausstattung hatte sich seit 2012 einiges getan (zum fast gleichen Kaufpreis). Ledersitze, endlich Tempomat, Euro 6, Start/Stopp, Eco Taste, Navi jetzt mit Rückfahrkamera und Sitzheizung und Einparkhilfe habe ich mir auch noch gegönnt. Durch das Zusammenspiel von Eco Taste, modernerer Motor und Start/Stopp braucht er jetzt nur noch 5,5 Liter und was soll ich sagen, die ersten 40.000 km seit September 2016 wieder ohne Probleme, ich habe aber ehrlichweise nach den Erfahrungen mit meinem ersten Lodgy auch nichts anderes erwartet…..

  • Herman W

    Volle Zustimmung!
    Unser erster Dacia war ein Not-Kauf, nachdem unsere 18jährige unseren Sharan geschrottet hatte, für den wir gerade 8 Wochen vorher die Vollkasko gekündigt hatten. Also kam ein Lodgy als Ersatz, den wir nie ernsthaft in Erwägung gezogen hätten. Der hat jetzt 11o.ooo Kilometer drauf und bis auf zwei kaputte Schalter keinen Verschleiß gezeigt. Mittlerweile haben wir noch einen Logan Kombi und einen Duster. Der Renaul/Dacia Händler ist super freundlich, was für den VW Händler nie galt, die Inspektionen deutlich günstiger – und man vermisst eigentlich nichts.
    Hätte das nie gedacht – aber mittlerweile finden wir die Dacias cool. Und ehrlch: Das war eine Norlösung und am Anfang hab ich den Wagen immer ein bisschen weiter weg geparkt, damit ihn keiner sieht…

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