Peugeot 406 – groß & billig oder großes Übel?

Große Autos konnten die Franzosen ja immer ganz gut: komfortabel, leise, langstreckentauglich gefedert, bekömmlich gepreist, vor allem als Gebrauchte. Wenn einem nur der Stammtisch nicht immer sagen würde, dass die großen Franzosen so unzuverlässig sind…
Tatsächlich können wir ja tatsächlich dem großen Bruder des 406, dem Peugeot 607, was abgewinnen. Und wie schaut es mit dem realistischeren, bodenständigeren „kleineren“ Bruder Peugeot 406 aus?

Was kann der Peugeot 406 konzeptionell?

Peugeot 406 Limousine

Als Limousine nur schwer wieder los zu werden und daher billig: Peugeot 406

Zunächst einmal muss man dem Wagen viel Raum bescheinigen – keine typische fette Schleuder auf den ersten Blick, aber der Peugeot 406 ist wirklich ein GROßES Auto, da kann man nix sagen. Vor allem der Break genannte Kombi des Peugeot 406 hat wirklich was drauf – das Nachfolgemodell 407 fiel idiotischer Weise kleiner aus und wurde dafür auch bestraft, während der Peugeot 406 Kombi wirklich einer der ganz großen ist. Mit satten 1741l max übertrifft er beispielsweise selbst den heutigen Passat – und der ist deutlich größer, als es der Passat war, der parallel zum Peugeot 406 gebaut wurde.

Peugeot 406

Hält länger als der Volksmund zugeben will: Peugeot 406

Da hält dann sonst bei Billigautos dieser Klasse nur noch ein Ford Mondeo mit, der ja auch sonst keinen so schlechten Job macht.
Im Fahren machte der Peugeot 406 auch grundsätzlich keinen schlechten Eindruck. Der Wagen erschien 1996 – gut gepflegte Exemplare wirken auch heute nicht altertümlich. Lenk- und Pedalkräfte sind angemessen, das Cockpit lahm aber aufgeräumt, die Ausstattungen überdurchschnittlich.
Ätzend sind nur die teils fiesen Materialien der Sitzbezüge, die das Bewegen teilweise erschweren und den Hang haben, schwitzig zu sein. Leder hat hier wirklich seine Vorzüge…
Der Peugeot 406 ist tatsächlich kein typischer Franzose in einer Hinsicht: er ist lauter als ein Mondeo oder Vectra, vor allem die Abrollgeräusche sind deutlich höher. Oft wird das fälschlicherweise als angehender Schaden der Radlagerung diagnostiziert.
Das ist aber pauschal nicht blöd, denn:

Was taugt der Peugeot 406 qualitativ?

Ja, hier machen Fachleute eine lange Liste auf – Radlagerschäden, vor allem vorn gehören übrigens dazu und sind überaus teuer zu ersetzen. Auch sonst gilt der Peugeot 406 nicht gerade als Freude: Die Heizungen machen ebenso gerne Streß wie die Klimaanlagen. Die Bremsen sind eine Quell ewigen Schmerzes, vor allem bei den Automatik-Modellen – und da erstaunlicherweise die hinteren Bremsen eher als die vorderen. Die sollte man vor einem Kauf IMMER checken. Die vorderen Federbeine und Federn sind leicht

Peugeot 406 Break: bis zu 1741 Liter Laderaumvolumen sind ein Wort

Das beste Argument für den Peugeot 406 ist der Kofferraum des Kombis

unterdimensioniert und brechen bisweilen sogar, Elektrik und Elektronik sind etwas temperamentvoll: hier versenken Mechaniker oft Stunden, um Defekte zu finden….
Ebenso anfällig: Die Servolenkung – und auch hier ist der Ersatz teuer. Die Getriebe lassen sich zuweilen hakelig schalten, gelten aber alles in allem als robust. Dennoch: Die Automatikgetriebe können mehr.

Welche Motorisierung im Peugeot 406?

Selten ist die Entscheidung so einfach: der 2.2er Diesel, alternativ auch der kleinere. Von den Benzinern ist der 1.8er zu schlapp, die anderen sind zu durstig. Aber eins muss klar sein: Halten tun die Benziner. Speziell der V6, der auch sonst ein wirklich geiler Geselle ist mit seiner sahnigen Automatik – der hält oft weit über 300.000 Kilometer, wenn die Karosse darum ihn so lange lässt. Die Diesel sind auch nicht schlecht – schlagen aber zum Teil mit abstrakten Reparaturkosten zu Buche – und sind nicht ganz so sparsam wie manch andere Autos dieser Klasse.

Fazit: Soll ich den Peugeot 406 kaufen?

Kann man mögen, muss man aber nicht: Die Sitze sind teils mit komischen Materialien bezogen

Kann man mögen, muss man aber nicht: Die Sitze sind teils mit komischen Materialien bezogen

Wenn, dann als Kombi. Die Limousine will keiner – das macht sie billig, aber später unverkäuflich. Der Kombi hat Platz. Er wäre akzeptabel, wenn der Mondeo nicht einfach besser wäre, aber alles in allem ist das Pannenrisiko zu hoch, die Reparaturkosten teilweise abartig. Peugeot 406 mit geringen Laufleistungen sind außerdem eher selten.





3 Kommentare

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.