Autos kaufen ist ja schon immer wieder ein ziemliches Abenteuer. Autos verkaufen gast noch mehr in vielerlei Hinsicht – nicht nur die Angst, sich selbst übers Ohr zu hauen und all der ganze Stress mit irgendwelchen diffusen Typen, die sich gerne abends um 9 im Winter an einer Autobahnraststätte treffen möchten, die kürzlich geschlossen hat – nur mal so als frei gewähltes Beispiel…

Orte, an denen Du Dein Auto verkaufen solltest, sehen anders aus, oder?

Orte, an denen Du Dein Auto verkaufen solltest, sehen anders aus, oder?

Autoverkauf privat kann schon einmal schnell krude Züge annehmen, das wissen wir alle – das muss man einfach mögen und das ist über die Jahre nicht besser geworden. Tatsächlich ist die Geschichte mit dem Autobahnraststätte gar nicht so absurd, wie sie sich da auf den ersten Blick liest – die ist uns tatsächlich genau so passiert vor ein paar Jahren. Und wir sind sogar hin gefahren – und erst auf dem Weg dahin wurde uns so recht klar, dass es bereits dunkel wird. Und plötzlich freust Du Dich, dass Du den Hund mitgenommen hast, der zwar friedlich ist, aber doch notfalls so angenehm laut knurren kann…

In den Niederlanden gab es noch diesem Muster Mitte der 90er Jahre diverse Überfälle, teils mit Todesfolge – und der Wagen war natürlich weg.

Da kann man jetzt sagen: Glück gehabt – für unsere Autos interessiert sich doch keiner – da stehen Risiko und potentieller Gewinn doch einfach in keinem vernünftigen Verhältnis, oder?

Dennoch kann das den Blick schon ein wenig schärfen in die Richtung weniger lichtscheuen Gesindeln, oder? Da reden wir ja nicht unbedingt von solchen, die dir die kleinen Karten an die Seitenscheibe stecken – von denen sind einige auch keinen Deut seriöser als die Typen, die sich mit dir im Dunkeln treffen würden.

Wörter wie „dubios“ gehen einem da durch den Kopf – und ähnliche Wörter, sie sonst nur Mütter und Omas benutzt hätten…. 😉

Lasst uns jetzt nicht Wörter wie "Edelschrott" in den Mund nehmen - darum geht es gar nicht. Es geht darum, die Gesetze unterschiedlicher Märkte zu nutzen

Lasst uns jetzt nicht Wörter wie „Edelschrott“ in den Mund nehmen – darum geht es gar nicht. Es geht darum, die Gesetze unterschiedlicher Märkte zu nutzen

Aber im Ernst: Das ganze kann selbst aus unserer Sicht Sinn geben. Nachdem sich ja Autohändler lange zeit quasi mit Händen und Füßen gegen den Ankauf von Gebrauchtwagen gewährt haben, vor allem alter Gebrauchtwagen, nachdem sich die Garantiegesetzgebung signifikant geändert hatte, tut sich an der Front wieder einiges – und das sogar im Sinne einer echten Professionalisierung, die nicht nur darin besteht, professionell niedrigere Preise zu bieten…

Das geht dann beispielsweise in den Bereich des Exportes hinein – das ist nicht nur da ein Geschäftsmodell, wo du einen uralten Benz oder einen 450.000 Kilometer gelaufenen Toyota Camry hat, den man nur noch in Afrika will. Der Export von Youngtimer und Oldtimern in die Schweiz etwa oder in die nordeuropäischen Länder kann sich sehr wohl lohnen, selbst dann, wenn diese gefühlt nicht mehr so viel Wert sind. In anderen Ländern sind sie das oftmals sehr wohl. alte Volvos etwa gehen verstärkt wieder in die skandinavischen Länder – über Profis – und da reden wir durchaus von der Klasse bis 3000€. Willst Du das selbst abwickeln, dann reicht ein bissel Googeln nicht mehr. Da geht es dann plötzlich um Zölle, um Steuern, Einfuhrbestimmungen, Zertifikate… No Fun

Das ist übrigens gerade bei weniger neuen Wagen nicht mal in der EU ein rechter Spaß, wenn da noch keine Gleichheitszertifikate vorliegen und ähnlicher Schmodder….

Kandidaten wie dieser sind es, die man sich sehr genau strategisch vor die Brust nehmen muss, bevor man sie verkauft. Internet? Oldtimer Markt? Professioneller Exporteur?

Kandidaten wie dieser sind es, die man sich sehr genau strategisch vor die Brust nehmen muss, bevor man sie verkauft. Internet? Oldtimer Markt? Professioneller Exporteur?

Dabei kann das wirklich Spaß machen. Wir haben vor zig Jahren mal einen Volvo 164 quasi in seine Heimat zurückgeführt – zu einem preis, den man in Deutschland nirgends mehr hätte erzielen können. Und das war zu Zeiten, als der Euro noch ECU hieß und es noch Währungsgrenzen und ähnliches gab und noch nicht jeder Mensch auf der Welt ein vages Englisch sprach… Und vor allem gab es kein Internet, in dem Du vorher alles recherchieren, Hotels im Ausland auf Paypal buchen und vorab bezahlen konntest….

Wer also etwa einen dieser legendären Mercedes W124 besitzt – vor ein paar Jahren zu praktisch keinen Kosten erworben und dann gepflegt hat, der könnte hier durchaus ein findiges Geschäftsmodell haben, in dem so viel drin steckt, dass tatsächlich noch jemand daran mit verdienen kann und die Sache trotzdem immer noch Spaß macht. Wer kann dazu schon nein sagen?