Selbst lackieren? Bringt’s das?

Lackieren Kratzer

Nervig und schnell mal teuer – und am Ende einer der Arbeiten, die sinnvoll von Profis erledigt werden

Als wir kleiner waren, galt Metallic-Lack noch als etwas leicht mysteriöses – da sagte man immer noch „Oh oh… wenn da ein Kratzer drin ist, musst du DEN GANZEN WAGEN LACKIEREN“ – und das galt als etwas richtig teures…

Und das ist natürlich tatsächlich wahr: Autos lackieren ist kein billiger Spaß – und: Das ist einer dieser Jobs, die man am besten nicht Samstags Nachmittags in der Garage lernt… Bei Youtube findet man ja mittlerweile für jeden Quatsch Anleitungen – vom richtigen Binden der Krawatte (lehrreich) über bizarre Kochrezepte (geht so) über schräge Life-Hacks (muss jeder selbst entscheiden) bis hin zu Späßen wie „Auto lackieren.
Hier gilt im Regelfall: Kann man so machen – ist dann aber halt Kacke… Gehst Du zu einem Profi, wie etwa dieser Autolackierer in St. Gallen, dann sieht die Sache anders aus: Klar rufen die durchaus echte Summen für’s Lackieren auf – aber das ist dann auch gut invertiertes Geld, bei dem Du vor allem später keine kleinen Fliegen in der Lackierung findest – das nämlich siehst Du auf den Youtube-Videos, bei denen Leute die erzählen, mit 6 Dosen von Obi á 8,95 könnte man ein Auto auch schnell mal auf dem Parkplatz umlackieren, irgendwie nie. Gilt auch für: „Life-Hack: Ich baue mir eine Sprühpistole selbst…“ Echte Künstler mögen das versuchen. Fakt ist: meist sieht das Auto danach schlechter aus als vorher.

Schlecht selbst lackierte Autos lassen sich in jeder Preisklasse nur schlecht verkaufen – fast noch schlechter als Autos mit Beulen. Leute, die Autos mit Beulen kaufen, wollen die nämlich oft selbst mit 6 Dosen aus dem Baumarkt… 😉

Farbgenauigkeit ist wohl das schwierigste Thema, bei dem nur Profis richtig helfen können – gerade auch, wenn es drum geht, zum Beispiel einem Youngtimer wieder zu dem rechten Wert zu verhelfen, wobei der Lack oft eine nicht unerhebliche Rolle spielt.

Dasselbe gilt für Teillackierungen – hier „mal eben“ die zerkratzte Stoßstange beilackieren, mag noch einigermaßen funktionieren, größere Flächen brauch einfach vernünftige Voraussetzungen.

„Hab ich aber bei Youtube gesehen und sah ganz einfach aus….“ ja, klar…

Sparen im herkömmlichen Sinne kann man jedoch auch sehr wohl, wenn man die Lackierung von Profis erledigen lässt: Bei den Vorarbeiten.

Wer die selbst macht, wird auch von professionellen Lackierbetrieben nicht gleich heim geschickt – im Gegenteil. Diese Arbeit wird oft unterschätzt in ihrer Komplexität und vor allem in ihrem Zeitbedarf – der kann nämlich durchaus erheblich sein. Wer aber tatsächlich ein sauber abgeschliffenes auto vorweisen kann, der kann ein paar Hunderter sparen. Wichtig hier: Verhandelt das vorher mit dem Lackierer.

Vorarbeiten sind ein Thema, über das man reden kann

Lackieren in Polen und Tschechien galt lange Zeit, ebenso wie Restaurieren in Polen als ziemlich cooles Schnapperl. Hier haben wir gleichermaßen gute wie schlechte Erfahrungen gemacht – alles in allem muss man leider auch hier sagen: Die restlichen Arbeiten wurden in Osteuropa meist besser erledigt. Wir erinnern uns da an mindestens 2 Fälle, bei denen man glatt glauben konnte, die hätten vorher auch schlimme Youtube-Videos gesehen…

Alles in allem müssen wir sagen: Kratzer Kratzer sein lassen, ist unterhalb einer gewissen Preisklasse am Ende des Tages oft die beste, ehrlichste und wirtschaftlich vernünftigste Methode…




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