Mercedes W210 – lohnt sich die billige E-Klasse jetzt?

Mal ehrlich: Wann war ein Benz je billig?

Genau: Nie war der billig – warum ist dann die E-Klasse ab 1995 so billig? Etwa weil sie so schlecht ist? Hm… Ja – da könnte was dran sein… Fragt mal einen Taxifahrer bei Gelegenheit, was er vom Mercedes W210 hält – aber nur, wenn ihr wirklich gute Nerven habt. Taxifahrer rasten reihenweise aus, wenn man sie auf den W210 anspricht. Da steckt alles drin: Verletzter Stolz, Wirtschaftliche Desaster, die ganze Palette.

Der Vorgänger, der Mercedes W124, der war noch der Liebling der Taxifahrer gewesen – und das Europaweit. Und heute? Da sieht man gerne mal einen Toyota, Einen Pa

Keine Ausnahme: der W210 rostet

Keine Ausnahme: der W210 rostet

ssat oder alle möglichen anderen Wagen mit ausreichend Platz am Taxistand, auch wenn die E-Klasse immer noch gerne genommen ist. Taxi-Fahrer erklären das aber auch gerne anders – „Die Kunden wollen das so – ich würd ihn nie mehr nehmen, aber ein Benz gehört für viele Leute zum Elfenbeinlack dazu.

Wer momentan Autobörsen und Hinterhöfe von Händlern checkt, der kann schon in Versuchung kommen: Da stehen teils top ausgestattete E-Klassen für Preise ab 1400€ in den Großstädten, etwas teurer auf dem Land. Klar, manche von denen haben 269.000 auf der Uhr – aber eben auch nicht alle. Dann können die doch so schlecht gar nicht sein, oder?

Mercedes W210 als Taxi

Viele Taxi Fahrer hassen ihn und erinnern sich nicht gerne an ihn zurück

Hm – doch, denn hier greift der Mythos Mercedes  Die Wagen werden oft lange am Leben erhalten, WEIL sie Mercedes heißen – da macht der Mercedes W210 keine Ausnahme – dennoch sind die Wagen kein Spaß. Der W210 hat ein Rostproblem, ein erhebliches. Darüber hinaus sind Elektrik wie Elektronik teil erheblicher Mist – Fehlersuche hier außerdem aufwändig und teuer. Wenn man einen BMW 5er vom Typ E39 für’s gleich Geld bekommt, sollte man sich mit Haut und Haar für den entschgeiden.

Beim Mercedes W210 machen darüber hinaus Antriebswellen, ebenso wie die Lenkung gerne Ärger – auch das wiederum sündhaft teuer, ein echter Alptraum – ebenso wie die Glühbirnen, vor allem hint5en beim T-Modell, sowie das Standlicht bei allen Modellen, brennen durch wie in der Vorkriegszeit, die Bremsen neigen gleichzeitig zur Wellenbildung.

Mercedes W210 Hinterhof

Gutes Schnäppchen oder böses Schnäppchen – das ist hier die Frage

Fair betrachtet: Die Motoren können was, jeder Einzelne, mit Ausnahme der frühen 6Zylinder CDIs, die anfälliger sind als der Durchschnitt, sich allerdings super fahren, vor allem mit der hervorragenden Automatik. Diese Modelle, vor allem als T-Modell kosten dann aber auch wieder so viel mehr, dass es eigentlich auch schon wieder egal ist. Außerdem fährt sich der Wagen immer noch sehr zeitgemäß, da gibt es nix – aber eben auch nicht besser als solidere A6 oder 5er BMW fürs gleiche Geld – und die gelten aus diesen Bauhjahren als höllisch robust.

Fazit: Billige E-Klasse bleibt ein Finger-weg kauf, Ausnahmen bestätigen die Regel, aber die Gesamtheit der billigen Benze killt das Konto eben nach der Anschaffung. Der Vorgänger ist weit besser aber längst ein begehrter Youngtimer zu teils erheblichen Preisen. Aber: der war auch 3 mal so robust, das ist keine reine Stammtisch-Legende. Frag deinen nächsten Taxi-Fahrer.

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