Beutezug Oberklasse für 3.000€: Mercedes S-Klasse

Sollte eigentlich den Kern des Billigauto-Segmentes Darstellen: der W140, gebaut von 1990 bis ’98. Ist aber leider noch zu teuer – zum Teil zu Unrecht, verglichen mit guten Mitbewerbern.

Sag, was Du willst: Wenn einer Oberklasse sagt, dann meint er eigentlich immer noch irgendwie die Mercedes S-Klasse. In allen anderen Segmenten durften sie Fuß fassen, die Audis, VW oder gar Toyotas und Opels dieser Welt – aber hier herrscht ein gewisser Standesdünkel, oder?

Preislich spiegelt sich das noch sehr klar wider. Wer nach einem A8 für 3.000€ sucht oder einen 7er BMW E32 oder E38 sucht, der findet Autos, die nicht nur Airbags und ABS serienmäßig haben – hier und da findet sich ESP, ein Navi und ein D-Netz Telefon!

Wer nach der Mercedes S-Klasse sucht, der wird in diesem Preissegment noch häufig an den – zugegebenermaßen sehr dekorativen – VorVorVorgänger der heutigen S-Klasse verwiesen, den W126. Und den fuhr schon J.R. Ewing!

Man fährt deutsch – wenn JR vor dem Oil Barons Club anlegte, dann im grünen Merceds W126

Und leider fühlen sich viele S-Klassen im LowCost-Segment auch an, als hätten 10 ihrer 12 Vorbesitzer schon Büffel über die holprigen Weiden rund um die Southfork-Ranch getrieben – keine wahre Freude.

Doch das ist noch nicht alles.

Bei kaum einem zweiten Auto wird so viel Schindluder getrieben wie hier, weil nun mal jeden Tag ein Sack voll neuer Idioten geboren wird, der einmal in seinem Leben eine S-Klasse haben will, koste es, was es wolle… Und wenn da nicht viele Reserven vorhanden sind, dann nimmt man eben auch mal ein Fußfaules Exemplar…

Alles in allem sind die Exemplare des W126 [1980-1990] im Regelfalle noch die besten, da die heute noch verbleibenden schon seit ein paar Jahren recht liebevoll von ihren derzeitigen Besitzern, die sie oft schon sehr lange besitzen,

Der alte W126 erweist sich häufig fast als die bessere Wahl – aber der ist mittlerweile ein veritabler Youngtimerbehandelt werden.

Der fette und im Grunde sehr coole Nachfolger W140 hingegen ist im Durchschnitt eher schlimm. Nicht nachvollziehbare Historie, etc. Wir haben einen Wagen im Ruhrgebiet gefunden, der angeblich erst 171.000 drauf hatte – laut Anhänger im Motorraum sollte der nächste Ölwechsel bei 274.000 erfolgen.

Ein Blick in den Motorraum deckt hier so manchen Betrug auf – nicht alle Betrüger sind clever…

Hat Mercedes damals wirklich so lange Wechselintervalle gehabt….? Beeindruckend…

Schon das verdirbt einem die Freude an dieser Mercedes S-Klasse in erheblichem Maße – und bei dem ist es momentan leider fast durchgängig so – das wird sich erst in ein paar Jahren zum Guten wandeln – die Tachos werden bis dahinn allerdings allesamt zurück gedreht sein – es ist schlicht und ergreifend zu einfach.

Zugegeben: wenn der W140 in anständigem Zustand ist, beeindruckt er immer noch – aber vernünftige Exemplare, die weniger als 300.000 gelaufen haben, liegen preislich eher bei 5.000 oder 6.000 Euro. Ist das fair für den W140?

Von der Ferne betrachtet: vielleicht. Der Wagen hat heute noch eine Autobahnpower und ein Überholprestige, dass manch einem den Atem raubt. Und er wird ein cooler Youngtimer werden, also vermutlich eines Tages an Wert gewinnen. Aber so solide der Spaß dabei sein mag – die Ersatzteilpreise für Dinge wie Bremsen und vor allem Getriebe sind absolut jenseitig.

Jedoch: Der Markt sagt uns ohnehin etwas anderes. Der sagt uns: Kauf dir lieber einen Siebener BMW oder den A8. Da bekommt man was geboten fürs Geld – und der Quality-Mythos alleine rechtfertigt den Aufpreis in der Preisklasse nicht. Für

mercedes S-klasse w220

Der W220 ist für 3000€ nicht zu bekommen – seine Marktbegleiter sind es sehr wohl…

5000€ möchte ich schon im Nachfolgemodell sitzen.

Fazit: Attraktiv eher für echte Fans – die anderen kaufen 7er BMW und Audi A8 – oder warten, bis Lexus in der Preisklasse zu haben sein wird…



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