Lexus IS200 in billig – cooler als ein 3er?

Der 3er BMW ist das Original, ohne Zweifel – der Wagen, der die Szene bereits in den 70ern definiert hat und ebenso unangefochten prägt wie der Golf in seiner Klasse.

Das Vorbild ist klar, oder?

Selbst Mercedes und Audi richten sich in dieser klasse an dem aus, was BMW macht – aber auch außerhalb der großen Drei wird das Erfolgskonzept des knackigen „Compact Executive,“ wie die Briten das nennen, immer mal wieder kopiert – mehr oder weniger erfolgreich. Einer der unzweifelhaft besten Ansätze in dieser Klasse stammt seit 1998 von der Firma #Lexus, der IS200 und IS300, die es zunächst nur als Limousine im klassischen engen Zuschnitt des 3er BMW gab, ab 2001 zusätzlich als SportCross, was in der Realität soviel heißt wie „Kombi ohne Platz“.

Tatsächlich hat der Sport Cross effektiv nicht wirklich mehr Laderaum als ein Golf – aber immerhin: Wer etwa einen Hund transportieren will, kann das hier tun, in der normalen Limousine nun einmal nicht. Die schräg stehende Heckscheibe schränkt die Nutzung in allen Dimensionen ein- dennoch ist diese Version deutlich teurer.

Innen weit dekorativer als das meiste, was man für 3000 Euro bekommen kann – und radikal gut verarbeitet

Der Lexus IS200 tritt mit 155PS an – speziell die frühen Modelle sind mittlerweile sehr bezahlbar und stets gut ausgestattet und zudem mit vielen liebevollen Details versehen, die beim chronometrischen Tacho anfangen und bei dem Frontfeed-CD Wechsler, mit dem man Mitfahrer jederzeit beeindrucken kann, noch nicht enden.

Obwohl der IS 200 sportlich rüberkommt, fährt er sich weit weniger knackig als der zeitgenössische 3er BMW – Das Fahrwerk ist dabei fein: fast so ausgewogen wie beim 3er BMW, leichtfüßig, präzise. Jeder Depp kann mit dem IS 200 eine saubere Linie mit hoher Geschwindigkeit fahren – besser kann das nur der 3er und der Nachfolger des IS 200. Für das Geld ist die gebotene Güte an Fahrwerk und fahrerischer Dynamik unzweifelhaft ein Traum. Einzig der Motor lässt es an Kraft vermissen – 155 PS sind nicht gleich 155PS. Der Lexus IS 200 verfügt nicht über ausreichendes Drehmoment und sein Drehzahlband ist nicht so nutzbar wie das eines 318i oder 320i – der Lexus braucht gute 10 Sekunden auf 100 und verbraucht auch gerne mal anderthalb bis 2 Liter mehr als der entsprechende 3er BMW oder Audi A4, obwohl die Konzernmutter Toyota sonst ja den Hang zu sehr ökonomischen Autos hat.

Lexus IS 200: sexy

Aber hier wollte Lexus auf Biegen und Brechen den kleinen Sechszylinder unterbringen – und das war an vielen Stellen eben ein Kompromiss. Kein schlechter – der Lexus ist leise und ruhig, aber eben kein Rennwagen. Allerdings erweist sich der Motor dafür, und das ist ja für uns durchaus wichtiger, als unzerstörbar. Viele ältere Modelle sind längst aus Deutschland nach beispielsweise Russland verschwunden – dort findet man haufenweise Exemplare mit deutlich jenseits der 500.000 Kilometer auf der Uhr und auch in Deutschland sind 300.000 keine Seltenheit. Hier hat der lexus IS 200 dem 3er mit den Reihensechszylindern, die schlechtes Warmfahren eben doch auch zur Jahrtausendwende noch übel nahmen, etwas voraus.

Auch sonst ist der Lexus ausgezeichnet gefertigt und den meisten Wagen dieser Preisklasse im Erhaltungszustand überlegen und somit in mehrerlei Hinsicht ein guter Kauf. Verbrauch ist wie gesagt etwas überdurchschnittlich, die Versicherungsprämien sind auch über denen für A4 oder 3er BMW, obwohl sie in den letzte Jahren gesunken sind. Aufgrund der kleineren Grundgesamtheit schwimmen viele Versicherer beim richtigen Scoring – daher vorher unbedingt Versicherung vergleichen.

Auch ein subjektiver Vorteil spricht für den Lexus IS 200: Der Wagen ist ebenso unbekannt wie zeitlos – deine Nachbarn werden ihn für deutlich teurer halten…



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