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wer mehr zahlt, ist selber schuld

Lada, Vesta

Lada Vesta – was kann der jetzt?

13.490 Euro verlangt Lada für einen Vesta Kombi, den sie jetzt etwas cooler Vesta SW nennen. Wer es richtig Hip haben will – so mit Plastik-Beplankung und dem ganzen Offroad-Quatsch, der den frontgetriebenen Wagen keinen Nano geländegängiger macht, der kann das auch haben. Nennt sich dann Lada Vesta SW Cross und schießt dann endgültig und vollkommen über alles hinaus, was für Lada markenkonform und glaubhaft ist.

Highscore im Bereich „Beliebigkeit“ – und außen ist der noch regelrecht individuell

Und kostet dann im Übrigen 16.590€.

Da wird jetzt manch einer sagen „Gibt es da nicht auch was von Ratiofarm….? 16500 Schleifen für einen Lada von 4,40m und einem nicht so übergroßen Kombiheck? Hyundai etwa rückt den I30 als richtog großen Kombi (Übrigens unter dem Pld-School Namen „Kombi“) tatsächlich für 15990 raus – mit vergleichbarere Motorisierung, vernünftiger Ausstattung, hervorragender Verarbeitung, einer ziemlich geilen Straßenlage und vermutlich sogar mehr Image…

Was kann der Lada Vesta SW dem Wettbewerb entgegensetzen?

Also… bringen wir es vorab auf den Punkt: Nichts.

Dass wir den Wagen hässliche finden, ist vollkommen subjektiv – objektiv kann man sich fragen, warum Lada unter der Regie von Renault nicht längst konkurrenzfähigere Fahrzeuge bauen kann und vor allem solche mit einer höheren Gegenwartsfähigkeit? Bei Dacia geht das ja auch. Und den Dacia Logan MCW gibt es übrigens mal eben für die Hälfte: Mit schlechtere Ausstattung spuckt Dacia den für 7.990 laut Liste aus.

Hier verbergen sich schwache Schalter – und übrigens auch hohe Reparaturkosten, denn hier hat Lada nicht mehr den Charme, den die Wagen vor kurzem noch hatten

Der Logan MCW hat dann ein besseres Fahrverhalten, immer noch eine ganz anständige Bodenfreiheit und wirkt weit weniger wie in den 90ern als der Lada Vesta, den es bei uns in dieser Form erst seit einem Jahr zu kaufen gibt. International ist er 2 Jahre länger verfügbar – aber das ist keine ausreichende Entschuldigung.

Das Getriebe ist eine Qual und schaltet sich teigig und wenig präzise. Selbiges gilt für viele Facetten des Lada Vesta SW: Die Verarbeitung wirkt lax. Die Teppiche im Kofferraum sind verklebt, als hätte der Azubi üben dürfen – einzelne Schalter haben so einen nachgiebigen Wiederstand, dass man keine prophetischen Fähigkeiten braucht, um zu prognostizieren, dass die nach kurzer zeit die Biege machen werden. Das ist übrigens kein Vorserien-Auto oder so… Wir fahren insgesamt 3 Fahrzeuge und das Thema zieht sich durch. Die Sitze sind für breite oder große Personen nur leidlich geeignet.

Hier kannst Du jedes Logo auf den Pralltopf kleben

Dabei ist der Wagen auf den ersten Blick innen sogar einigermaßen zeitgemäß dekorativ. Das Lenkrad greift sich gut an, die Klimaautomatik lässt sich easy bedienen, die Sitzheizung weist eine hohe Leistung auf und kann sogar für hinten geordert werden – nicht übel. Und auch die Rückfahrkamera erfüllt höhere Ansprüche.

Der Motor hat angeblich 106PS, reisst damit nichts vom Teller – Drehmoment ist nicht seine Stärke. Mit Modell Zwei gönnen wir uns einen Ausflug auf den Leistungsprüfstand. Und da liegen tatsächlich auch nur 98PS an und ein Drehmoment von 130.

Der Wagen ist vom Start weg laut. Selbst Wasser auf die Windschutzscheibe zu spritzen, klingt wie in den 70er Jahren. Da hilft dann auch die einigermaßen komfortable Federung nichts – zeitgemäß ist anders.

Gar nicht so übel, aber auch sinnlos abgeschrägt. Die Teppiche sind erstaunlich schlecht und zudem sichtbar übel verarbeitet

Komfortable Federung ist übrigens ein wichtiges Stichwort. Steigt man von einer Autobahnetappe mit dem Hyundai I30 in den Lada Vesta um, die wohlgemerkt dasselbe kosten, dann wirkt der Lada wie eine Seifenkiste. 120 auf der Autobahn geht, 130 fühlt sich schon falsch an – 150 sind der pure Stress: Vibrationen, Lärm, die Lenkung schwammig und unberechenbar. Mancher Youngtimer aus den frühen 90er Jahren fühlt sich da sicherer an, der Hyundai I30 liegt 15 Jahre weiter vorn, der Dacia Logan SW für den halben Preis ist besser.

Immerhin: Der Kofferraum ist besser nutzbar als bei manch einem modernen Wagen, obwohl die Ladeklappe jetzt auch hier nicht mehr ausreichend senkrecht gestaltet ist. Hier ist der Lada dennoch ganz Russe und gibt den Pragmatiker, den Nutzwertigen. Das gilt auch für die Polsterstoffe, die im Gegensatz zu anderen Teilen des Wagens sauber verarbeitet sind. In Erster Linie aber sind sie robust und man muss keine Angst vor Kindern haben, die hier auch mal mit Sandkasten-Schuhen über die Polster laufen.

Lada spielt Gegenwart mit dem Lada Vesta SW

Auf den ersten Blick kommt der Lada Vesta SW modern daher, obwohl er mit seiner Hochbeinigkeit stets etwas gestrig wirkt – aber klar ist auch, dass man die in Russland unzweifelhaft braucht. Hilft uns das in unserer Regionen? Ja, auf Waldwegen – aber im restlichen Alltag mal gar nicht. Gepaart mit dem überkomfortablen Fahrwerk ist das bis Landstrassentempo auch okay – für Deutsche Großkampf-Autobahnen taugt es aber eben nur im Stau.

Was den Lada mit all diesen teilweise essentiellen Macken in die Preisklasse von 2 Dacia Logan befördern soll, bleibt uns schleierhaft. Der Wagen ist ein riesiger Fortschritt für Lada und bleibt dennoch weit hinter modernen Fahrzeugen dieser Klasse zurück. Dafür ist er dann einfach nicht mehr ausreichend billig.

Der Lada Vesta hat es im ersten Verkaufsjahr nicht einmal auf 500 Einheiten gebracht – die Hälfte der Fahrzeuge sind dabei aktuell Kombis. Zur Einordnung: Innerhalb des Konzerns verkauft Dacia beispielsweise vom Sandero mittlerweile an die 25.000 Stück im Jahr in Deutschland. Wir ahnen, warum.




  1. Kalle Fiege

    sorry, sehe ich nicht so. Bin den Cross in Belarus selbst gefahren, wäre evtl. ein Zweitwagen. Soo mies ist er wirklich nicht, ein Dacia dagegen naja. Gegenüber Eueren anderen Berichten erscheint er mir zu sehr gesponsert. Fahre sonst übrigens eine Hyundai IX55. Wurde auch tlw.verissen. Einen damaligen Q7 ist er zumindest ebenbürtig.

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