Jaguar X-Type: Status-Wunder für 3.000 Schleifen – ne gute idee?

Oft ist eine gute Idee ja nur eine gute Idee im Verhältnis zu einer anderen Idee – also beispielsweise zu einer enorm guten Idee oder einer weniger gute Idee.

So ähnlich ist das beim Jaguar X-Type für 3.000€ – der kann durchaus als gute Idee gelten 😉

Jaguar X-Type für 3.000€ – was krieg ich da?

Jaguar X-Type

Na was jetzt? Sieht der etwa nach 3.000 Schleifen aus oder was?

Dafür bekommst Du  eigentlich eine ganze Menge. Der Allradgetrieben Jaguar basiert in großen Teilen auf dem Ford Mondeo, bietet aber eher die Innenraumverhältnisse einer C-Klasse oder eines A4, auf die er damals auch heftig gezielt hat. In Großbritannien, seinem Heimatland, war er damit auch durchaus ziemlich erfolgreich, während es der X-Type in Deutschland immer ein bisserl schwer hatte.

Dabei ist der Wagen auf seine eigene Weise wirklich toll. Speziell als Limousine sieht der Wagen erst einmal toll aus, cooler beispielsweise als der damalige S-Type, der eine Nummer größer war, aber irgendwie weniger Jaguar-Linie hatte, während sich der „kleine“ X-Type optisch eher angenehm am Jaguar XJ orientierte.

Cooler als seine Peergroup: Jaguar X-Type

Jaguar X-Type innen

Innen einfach nur der Hammer: Jaguar X-Type. Die Sitze geben übrigens weit mehr Halt, als man vermuten würde. Du kannst den Jag sehr sportlich bewegen – wenn auch nicht wie einen BMW E46

Das macht den kleinen Jaguar auch heute noch zum echten Hingucker – speziell verglichen mit eben jenen Konkurrenten von damals – denn nach einem 3er BMW oder einer C-Klasse dreht sich nur wirklich keiner um – So ein Jaguar macht was her.

Und nach 3.000€ sieht so ein Jaguar X-Type einfach nicht auch – ganz im Gegenteil. Da wird manch einer neidisch, auch noch beim Näherkommen, denn speziell innen – mit Ausnahme von 3 unpassenden Ford-Komponenten, die aber ganz gut versteckt sind – ist der Jaguar mal 100% dekorativer als ein deutsches Premium-Auto. Da findest Du wunderschönes Leder mit Kedern – in Deutschland schier undenkbar. Tolle Hightechdetails wie ein für damalige Verhältnisse sensationelles Navi mit Sprachfernbedienung – auch solche Sachen sind in Modellen für 3.000€ verbaut.

Hooka – Hey! Wer kann dazu schon nein sagen?

Jaguar X-Type

Ist das Ding an Board, fährt die Zeitbombe mit. Auch das Fahrwerk und seine Teile sind unerhört teuer

Jaguar X-Type – wo liegen die Risiken?

Schaut man sich die Zahlen der britischen Garantie-Versicherer an, dann stellt man fest, dass der X-Type in seiner Frühphase zu den wirklich guten Autos gezählt hat – schnell jedoch sieht das anders aus bei den Fahrzeugen, über die wir hier reden. Das Jaguar Problem: Wenn was kaputt geht, fällt der Business Case für den „billigen“ Wagen einfach auseinander – und zwar sofort. Teuer sind: Motor, Antrieb, Getriebe und die unfassbar konstruierte Multimedia-Einheit, die zwar wie gesagt ein Traum ist, aber im Ersatz einfach mal eben 5.000€ verschlingt, weil da alles in einem Teil getauscht wird: Navi, Steuerung der Klima, alles, was in Einzelteilen schon jeweils eine Menge kostet, kommt hier zusammen. Und wer jetzt sagt: Dann fahr ich halt ohne Navi, der sollte sich im Klaren darüber sein, dass er dann beispielsweise auch keine Lüftung mehr hat – versuch das mal im Winter…

Jaguar X-Type: Was jetzt – Gute Idee oder nicht?

Der Jaguar X-Type ist unzweifelhaft eines der geilsten Autos, die man in dieser Preisklasse bekommt. Richtig mutige können ihn sogar in UK noch billiger bekommen – mit dem Lenkrad dann gerne mal auf der falschen Seite.

Das Risiko, dass etwas kaputt geht, ist nicht einmal so groß – der Wagen gilt als ebenso gut verarbeitet wie solide gestrickt und hat im Karosseriebereich zum Beispiel keine nennenswerten Rost-Probleme, verfügt über Allradantrieb und tolle Motoren, die allerdings durchaus mal eher trinkfest sind, dafür aber haltbar.

Schaltung Jaguar X-Type

Dieses Schaltschema ist schon schrullig… Behindert aber im Alltag nicht

Die Teile, die kaputt gehen können, sind allerdings wirklich sündig. Im Grunde muss man bei einer kaputten Multimedia-Komponente darüber nachdenken, ob man den Wagen weg wirft, weil die Reparatur einfach wirtschaftlicher Selbstmord ist, weil man 5000€ in ein Auto steckt, zu denen sich der Kaufpreis von 3.000 addiert, das man dann aber anschließend nur für 3.000 verkaufen kann… Und dabei ist gefühlt nix wichtiges kaputt 🙁

Wer diesen Mut aufbringt, erhält mit dem Jaguar X-Type einfach eine geile Schleuder – der amtliche Stempel, zur Elite zu gehören, wird hier immer gleich mitgekauft – und den Preis sieht dem Wagen, wie gesagt, niemand an. Der stellt etwas dar und an der Ampel hat er Saft genug, um das auch zu unterstreichen. Hinzu kommt, dass die meisten Wagen keine astronomischen Laufleistungen haben. wir sind gute Modelle für knapp über 3.000 gefahren, die keine 130.000 auf der Uhr hatten – versuch das mal beim 3er…


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