Ist hohe Laufleistung eigentlich übel?

„Ist hohe Laufleistung eigentlich schlimm oder kann man auch Autos mit 200.000KM auf der Uhr kaufen?“ ist eine der beliebtesten Fragen in unserem Kummerkasten, die sich nur schwer generisch geradlinig beantworten lässt. Ebenso wie die Frage nach den besten Marken für zuverlässige Autos wollen wir uns daher noch einmal analytisch nähern, wie wir das schon vor einigen Jahren einmal getan haben.

Weit mehr Autos, als man glauben würde, erreichen solche Laufleistungen - gescheite Pflege vorausgesetzt

Weit mehr Autos, als man glauben würde, erreichen solche Laufleistungen – gescheite Pflege vorausgesetzt

Damals haben unsere KFZ-Mechaniker Community befragt und eine alles in allem sehr schräge Antwort bekommen, die sich in etwa so zusammenfasst „Kommt drauf an“ ;->
Zugegeben: Schrott in – Schrott out…
Tiefer ins Detail gehend sagten uns dann einige „Naja, eigentlich spricht nichts gegen einen Wagen mit einer hohen Laufleistung“ – aber unter folgenden Voraussetzungen:

  1. Die richtige Marke
  2. Die richtigen Vorbesitzer
  3. Nachweisbare Wartung,

vor allem letzteres, denn: Wenn ständig alle Verschleißteile ersetzt werden – was soll dann eigentlich an einer hohen Laufleistung verkehrt sein. Auf der Haben-Seite haben diese Autos ja einen gescheiten Preis, möchte man meinen, oder? Im Regelfalle sind ja gerade die Langstreckenprofis nicht geizig mit Inspektionen und gutem Öl – und die Autos laufen die meisten Zeit über bei optimalen Bedingungen…

Das glaubt der Stammtischgermane zwar nicht, aber ja: auch solche Autos schaffen die Laufleistungen, diemman nur einem Mercedes zutraut. Und so einen mit fetter Vollausstattung für das Geld....

Das glaubt der Stammtischgermane zwar nicht, aber ja: auch solche Autos schaffen die Laufleistungen, die man nur einem Mercedes zutraut. Und so einen mit fetter Vollausstattung für das Geld….

Da ist ein Jein mit der Tendenz zum Nein. Das Alter eines Autos lässt den Preis deutlich stärker sinken als die Laufleistung das tut. Und hier setzen dann auch ein paar strategische Aspekte des Kaufes eines Billigautos an. Die meisten Autos mit hohen Laufleistungen sind große Autos – nach unserer über lange Jahre gewachsenen Überzeugung machen große Autos sich qualitativ im Regelfall bezahlt. Kleine Autos mit hohen Laufleistungen in kurzer Zeit gibt es eigentlich nicht. Und wenn: Finger weg…

Aber zurück zum Preis: Wer mit dem Wagen viel fahren will, tut entschieden besser daran, ein älteres Auto mit geringerer Laufleistung zu kaufen. Wer die Wahl hat zwischen einem 3 Jahre alten Auto mit 200.000 auf der Uhr und einem 8 Jahre alten mit 80.000 muss eine einfache Entscheidung treffen: Bin ich ein Vielfahrer mit 50.000KM im Jahr, hat das jüngere Auto nach 3 Jahren 350.000 Kilometer drauf und ist damit praktisch unverkäuflich, während der ältere auf 230.000 kommt, Und wenn Autos durch ihr Alter mehr Wert verlieren, muss das die Autos ja erst mal nicht schlechter machen, seit Rost nicht mehr so ein Thema wie früher ist.

Strategisch kann alles in allem eher dazu geraten werden, ein größeres älteres Auto zu kaufen als einen kleineren Wagen mit höherer Laufleistung. Da darf es dann ruhig auch mal irgendeine ungewöhnliche Marke sein – wer etwa einen Hyundai XG30 oder einen Kia Magentis kauft, kann mit dem Wagen 2 Jahre billig fahren und muss sich nicht mal Sorgen machen, dass er ihn nicht los wird. Der Wagen mag dann eine Menge drauf haben, ist dann aber auch vergleichsweise EXTREM billig, was jedes Auto am Ende des Tages weg bekommt. Und ein Hyundai verkauft sich mittlerweile schneller und leichter als manch ein Renault oder gar Fiat, um die viele Deutsche einen weit prinzipielleren Bogen machen als um Koreaner.




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