Für 3.000 Euro steht Dir die ganze Welt offen

Mal ehrlich: Wir können es nicht mehr hören: Immer wieder bekommen wir Mails, die wir in den letzten Jahren auch schon nicht mehr beantworten, von Leuten, die uns sagen, dass man für 3.000€ nur Rostlauben bekommt.

Wir schätzen, dass das dieselben Leute sind, die auch Leasingverträge für 24 Monate abschließen, Obst wegwerfen, das man noch prima essen könnte und nur die Spiegel-Bestseller kaufen und sie ins Regal stellen, ohne sie zu lesen.

In jedem Falle steht eines fest: Es sind Ahnungslose.

Für 3.000 Euro steht Dir die ganze automobile Welt offen – und wir haben es probiert

Hier mal ein Auszug aus den Wagen, die wir hatten und solchen, die Du für das Geld mühelos bekommen kannst.

Youngtimer

Vermutlich eine der besten Möglichkeiten, sein Geld in Autos anzulegen. Wertverlust ist hier nicht nur lange durch – wenn Du es richtig machst, bekommst Du hier die Art Perlen, deren Wert gar noch steigt – wenn auch nicht in dem Maße, wie die Autobild in unregelmäßigen Abständen behauptet.

Du musst ein Schrauber sein? Nein – musst Du nicht. Wer einen Audi 100 der letzten Generation, einen Mercedes W124 oder ähnliches erwirbt, der kann damit, wenn er will und das für ihn Sinn gibt, einfach zum normalen Markenhändler fahren, der für Ersatzteile in sein Regal greift. Unsere Freunde vom TÜV bestätigen, dass diese Wagen im Alltag nicht nur prima funktionieren, sie sind zum Teil gar deutlich haltbarer als manch ein modernes Auto – cooler sind sie allemal.

Und solche Wagen sind für 3000€ tatsächlich noch zu bekommen, hier und da auch mal ein cooler 5er BMW vom Typ E34, der heute immer noch ein Traum an Strassenlage ist. Kein typischer Hingucker, aber ein Wagen, dessen Fahrspaß-Quote wohl bis heute nur schwer zu schlagen ist.

Meiden sollte man hier die allzu krassen Exoten. Wer meint, sich einen Peugeot 604 gönnen zu müssen oder einen der ganz frühen großen Koreaner oder einen Spät-80er Toyota Camry, der soll sehen, wo er die Ersatzteile her bekommt – hier greift unsere Empfehlung dann wirklich nicht mehr.

Dann lieber den Luxus eines späten großen Opel vom Schlage eines Opel Senator B oder Ähnliches….

Sportwagen

Sportwagen bekommst Du nicht für 3.000€? Das stimmt Zumindest nicht solche vom Schlage eines Porsche oder Ferrari – die werden so billig nicht. Und selbst wenn Du 10.000€ für so einen Wagen ausgeben willst: Vergiss es, hier muss man Realitäten anerkennen.

der ist schon ein prolliges Gerät – aber RICHTIG geil…

Sehr wohl aber bekommst Du enorm gute und leider völlig unterschätzte coole Sportwagen, wenn Du dich auf die Suche nach Fahrzeugen wie dem Toyota MR2 machst. Das ist diese Art Auto, die keiner so recht auf dem Schirm hat, obwohl gerade die Japaner hier ausnehmend coole Fahrzeuge gebaut hatten, die zudem enorm Großserien-zuverlässig sind. Funktioniert ganz selten auch mal beim sehr coolen Nissan 200SX – aber seit Fast & Furious sind diese Fahrzeuge leider nicht nur teuer, sondern oft auch mit schlimmen Anbauteilen versehen worden.

Wir hatten in diesem Segment mal den Mitsubishi 3000GT – leider viel zu selten, aber ein Hingucker, wie es auch ein Ferrari nicht besser sein kann. Und ein geiles Fahrwerk, whow.

Interessanter Ausweg hier: Fette Schleudern vom Schlage eines BMW 540i Typ E34 – Puuuhhh… da kann man schon so einiges schießen, was satt beschleunigt – auch beim Nachfolger. Die übermotorisierten Audi A6 sind da oft deutlich teurer.

Geländewagen

Geländewagen für 3.000 sind fast so schwierig wie Sportwagen für 3.000 Euro – kommt hier natürlich ein wenig auf den Anspruch an. Möchtest Du einen Winterwagen, mit dem du dich durch den Schnee allradeln kannst? Dann tut es normalerweise auch einer der SUVs der frühen Stunde. Jede Menge zuverlässige und substanziell gute RAV4 und Honda CRV sind da auf dem Markt, ebenso wie der Subaru Forester. Fahrzeuge, die bei normaler Pflege 250.000 Kilometer gut wegstecken, wie wir schon in mehreren Wintern selbst erfahren durften.

Ssangyong Musso…. Bekommst Du für 3000€, willst Du aber nicht. Absurde Verbräuche treffen abstrakte Ersatzteilpreise. Sieht aber krass aus.

Das sind Autos, die haben mal Beulen, die haben auch schon mal einen Kotflügel in einer anderen Farve. So what?

Nicht empfehlenswert: Der Versuch, ECHTE Geländewagen für dieses Geld zu kaufen. Nicht, dass es die nicht geben würde. Da locken vergessene Fahrzeuge wie der Hyundai Galloper, der Ssangyong Musso, alte Pajeros… Nur: Für 3.000€ bekommst Du hier Wagen von Typen, die morgens die Socken anziehen, die sie auf dem großen Stapel finden und so auch mit ihren Autos umgehen – Autos, die nicht mal mehr die 3.000 wert sind, aber eben oft einen gewissen Kult-Faktor haben, der den Preis auf dem Papier rechtzufertigen scheint. Tut er aber nicht. Zu komplex die Technik, zu Hart die Anforderungen über die Jahre – wer hier für 3.000€ Wunder erwartet, ist schlicht naiv.

Da stehen jetzt wieder 3 Leute mit geschwellter Brust auf und sagen „Ich habe aber einen Landcruiser für 2500 gekauft, der hat anschließend noch 200.000 Kilometer gehalten.“ Ja, setz dich wieder. Die gibt es natürlich, ohne Zweifel. Schon meine Oma wusste, dass jeden Tag ein Dummer aufsteht – und der verkauft dir einen solchen Wagen dann – Wert wäre er vermutlich eher das Dreifache…

Ausweg hier jederzeit: Der Suzuki Jimny. Beschissenes Fahrverhalten auf nassen Strassen  – aber einer der besten Begleiter für Wald & Hund – und natürlich auch über den Winter. Wenn der irgendwo nicht hinkommt, dann soll da auch niemand mit einem Auto hinkommen. Ein großartiges auto, das viel verzeiht und ganz nebenbei ein echter Geländewagen ist.

Cabrios

Hey – hier ist die Auswahl erfreulich gut, wie gerade erst im Vergangenen Jahr unsere Freunde vom Cabrio-Portal im Selbstversuch getestet haben.

Wie so oft gilt auch hier: Wer neben den Mainstream zielt, fährt besser. Es muss nicht das Golf Cabrio sein, dass alle super finden und für das die Leute auch irrsinnige Summe bezahlen – der Opel Astra tut es, der Ford Escort ist ein ausnehmend gutes Exempel für Bang for Budget, wie so viele Wagen der Marke Ford.

Da geht was – auch für klitzekleines Geld

Leider sterben die kleinen und günstigen Cabrios in den neueren Jahren aus – aber das muss uns ja nicht davon abhalten, die alten zu feiern – hier bekommt man wirklich eine Menge gutes geboten. Hinzu kommt, dass diese Wagen oft geliebt werden. Für 3.000 sind da auch schon mal der gepflegte Golf und der top saubere Astra der Zahnarztgattin dabei, der hier Jahrelang als Drittwagen lief.

Fette Schleudern

Unser Spezialgebiet 😉

Große Autos sind in Mehrerlei Hinsicht besser: Hier legen die Hersteller von vornherein ein anderes Maß an Qualität an und müssen auch den CEO überzeugen. Laufleistungen hin oder her, genießen die Wagen oft zudem besondere Pflege ob ihrer möglicherweise besonderen Beanspruchung.

Lexus LS

Das Heck ist so fett und satt – auch noch 25 Jahre nach Erscheinen des Lexus LS

Über die Jahre haben wir gelernt: Die Fahrzeuge sind stets in einem besseren Allgemeinzustand, wenn sie nicht bereits in Hand irgendwelcher Irren sind. Das ist das eine Risiko – das andere ist: Wenn hier mal was kaputt geht, kosten die Teile immer noch mehr als bei einem Polo oder Fiesta für’s gleich Geld – das Risiko ist also auch ganz klar ein anderes. Aber allein der Gedanke an all die S-Klassen, die wir über die Jahre gefahren sind, die 7er BMWs, unseren heiligen Lexus LS 400 sowie den Phaeton. Whow… Gerade bei VW sind wir ja sonst nur selten zu überzeugen – Qualität und Preis treffen sich hier nur selten an einer vernünftigen Stelle – aber der Phaeton hat ganz klar gezeigt, dass VW hier auch unter dem Blech alles aufgefahren hat, was ihre Werke hergaben. Hammer.

Wir würden immer wieder zum großen Wagen greifen.

Fazit: Dummschwätzer

Also…. hier ist doch eine Auswahl da, mit der man arbeiten kann, oder? Noch einmal ganz klar: Diese Fahrzeuge sind keine Neuwagen und verhalten sich auch nicht so – so what? An vielen Stellen ist uns das sogar recht… 😉




2 Kommentare

  • Mombert

    Unter 3.000 € gibt es definitiv sehr feine Fahrzeuge.
    Meine Erfahrung….Opel Omega 3.0 V6 von 2000, scheckheftgepflegter Sommerwagen, 151.000 km für 2.200 €.
    Mittlerweile über 180.000 nach 2 Jahren, neben turnusmäßiger Wartung (Zahnriemen, Öl) keinerlei Probleme.
    Fährt gut, geht gut, sehr nette Ausstattung und lässige Atmosphäre.

  • Bobby Blau

    Diesem Artikel mit seinem Fazit und Momberts Kommentar kann ich mich nur rückhaltlos anschließen…
    Unsere u3000,-er der letzten Jahre

    – Omega B Edition 100 mit Automatik 8fach bereift, 118.000 km ZR und WaPu frisch gewechselt Bj *99 2.100,-
    – BMW 520iA (E39) Bj. 98 aus 1. Rentnerhand, 102.000km 2.800
    – Saab 9-3 Coupe, BJ 99, 205 PS (mein Spielmobil) 260.000 km mit AT-Motor 60.000km, in wunderschönem Zustand für 3000,-
    – der Liebling meine Frau Saab 9-3 Cabrio Bj 2000, 150 PS 155.000 km für 2.500,-

    der Omega wird jetzt verkauft, der Saab macht mir mehr Freude als der Boxster, den ich vor 1 Jahr verkauft hatte und das Cabrio ist einfach top. Der BMW ist einfach zu gut zum abgeben. Meine Erfahrung: in diesem Bereich gibt es ’ne Menge tolle Autos – Aber vielleicht sollten wir nicht zu laut darüber reden, sonst wird die Nachfrage größer und unsere Auswahl kleiner … 😉

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