Billigauto Ford Taunus

Durch die Jahre: die besten Billigautos

Kaum einer weiss es – aber tatsächlich haben wir in wenigen Tagen unser 20jähriges Jubiläum – je nachdem, wie man es rechnet. Tatsächlich hatten wir damals ein BBS System – ach ja… ganz ohne Internet.
Da loggten sich über den Tag verteilt ein paar Leute ein, dann immer mehr.
Highlight war eine dort befindliche Datenbank, in der sich Schrauber und KFZ-Mechaniker austauschen konnten – über Arbeiten an Billigautos und natürlich auch über die Billigautos selbst.

Und dann hatten wir irgendwann mal die lustige Idee einer Befragung, welches eigentlich das beste Billigauto sei. Die haben wir uns gerade noch einmal in unserem Datenkeller geholt – und das ist schon ungemein lustig zu lesen und zeigt auch, wie viel Zeit vergangen ist. Und ganz am Rande: Erinnert sich noch jemand der hier anwesenden an Billigautos auf Compuserve? 🙂

Billigauto Ford Taunus

Galt als Highlight der Billigauto Szene der 90er Jahre: Ford Taunus

Durchgeführt haben wir die Befragung mit damals zwischen zunächst 400 und am Ende fast 1200 Teilnehmern. Erstmals im Jahr 1995, dann noch einmal 1996 und dann jeweils jährlich bis 2001. Die Bedingungen immer gleich: Autos, die man für 3000 Mark in ausreichenden Mengen bekommen konnte und die nicht älter als 20 Jahre sein sollten. Und dazu sollte man einen Kommentar schreiben.

Und wer waren damals die Sieger? Das zieht einem heute fast die Schuhe aus, zeigt aber in sich eine erstaunliche Konsistenz.

1994 siegte mit weitem Abstand der Ford Taunus. Der Gewinner wurde erstaunlich beschrieben von einem KFZ-Schrauber aus – sagen wir mal NRW. Der gute Herr ist heute erstaunlich prominent und für eine gänzlich andere Marke tätig – damals jedoch lautete sein Resümee

Der Ford Taunus bietet die perfekte Synthese aus Platz & Preis – die Fahreigenschaften reichen auch sportlichen Fahrern – und der Wagen ist ebenso billig zu bekommen, wie er billig instand zu halten ist. In diesem Segment: das beste Auto!

Billigauto Ford Sierra

Damals zunächst als „zu modern“ eingestuft, entwickelte sich der Ford Sierra dann doch schnell zum beliebten Taunus-Nachfolger

Der Ford Taunus… Damals gab es auch tatsächlich schon spannende Kommentare dazu wie „Der Sierra wird da nie hinkommen…“

Weit gefehlt. Bereits bei der übernächsten Runde (die von 1996 gewann erneut der Ford Taunus), gewann der Sierra. Mittlerweile gab es neu schon den facegelifteten Ford Mondeo zu kaufen. An Platz 2 landete ein Japaner – der Toyota Carina II, dem ein (Ford-)Mechaniker bescheinigte

Toyota macht so ziemlich alles besser als die Deutschen Mitbewerber. Alle mechanischen Teile sind weit belastbarer und leichter zu tauschen. Wer 3000 Mark für ein Auto ausgibt, darf sich eigentlich kein Deutsches Auto kaufen

Natürlich führte das zu schlimmen Stammtisch-Diskussionen, die allesamt erklärten, wie unfassbar gut der Strich 8 sei und dass Deutsche Autos immer noch führend, bla bla bla… Aber es blieb haften: 1998 wurde der Toyota Carina – im Neuwagenmarkt wurde gerade sein Nach-Nachfolger Avensis ein geführt – zum besten Billigauto gewählt, der Sierra landete an 2, auf Platz 3 befand sich der Toyota Corolla – und erstmals hatten hier über 1.000 Personen abgestimmt – und zwar solche, die es aus dem Alltag wissen mussten, nicht vom Studium irgendwelcher Statistiken oder der Lektüre deutschtümelnder Autozeitungen.

Billigauto Carina

Nie ein typischer Hingucker aber eben einfach ein gutes Auto: Der Toyota Carina — Dank an Japanische-youngtimer.de

1999 sah das Bild exakt gleich aus, im Jahr 2000 rutschte der Ford Sierra aus den Top 3. Der Carina blieb an 1, der Corolla rückte auf – und an 3 fand sich nun ein Player, den selbst wir nicht auf dem Schirm hatten: Der Hyundai Pony. Der war in den späten 90ern zunächst in den Niederlanden an den Start gegangen, an in den frühen 90ern auch bei uns. Ein sagenhaft schlichtes, aber eben kein schlechtes Auto – ganz im Gegenteil

Dass der Pony mechanisch unglaublich simpel ist, ist ein echter Vorteil. Einzelne Teile können selbst Laien tauschen – und die robuste Machart, speziell der mechanischen Teile, qualifiziert den Wagen zum Langstreckenläufer. Und er ist spottbillig!

(jetzt müsste einer unserer treuen Facebook Fans lächeln und darf sich outen ;-> )

Billigauto Kadett E

„Finger weg vom E-Kadett“ hatte einen leicht reimenden Charakter und sorgte für einen kleinen Volksaufstand 😉

Das war schon ein ziemlicher Erdrutsch – für weit mehr Rummel, der uns damals sogar erstmals ins Frühstücksfernsehen brachte, sorgte allerdings die Wahl zum schlechtesten Billigauto. Die wurde dominiert vom Kadett E – und zwar so sehr, dass die folgenden Plätze statistisch unbedeutend waren. Der Artikel „Billigautos seziert – Finger Weg vom E-Kadett,“ hatte Legenden-Status, auch wenn er uns viele Opel-Fans kostete – dennoch: das Volk hatte gesprochen.

Wir werden das demnächst mal wieder machen 🙂



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