Mercedes E-Klasse 2017

Die 5 Gründe, warum wir nie ein neues Auto kaufen

Ich mag neue Autos – von ein paar irren Entwicklungen bei heutigen Wagen, die einem den letzten Nerv rauben, einmal abgesehen. Aber neue Autos sind leise, was wirklich geil ist und lassen Langstrecken zusammen schmilzen – das ist toll. Und bei neuen Japanern hast Du nicht mal das Gefühl, dass sie kaputt gehen könnten, was den Hinterkopf auch irgendwie entlastet.
Aber würden wir Neuwagen kaufen?
Da sagen wir normalerweise lautstark Nein – und das hat nichts mit fehlendem Geld zu tun.
Aufgrund diverser Fragen, hier mal nur die Top5 der Gründe, keinen Neuwagen zu kaufen.

1. Warum einen VW Up kaufen, wenn Du fürs gleiche Geld einen 5er bekommen kannst?

Gibt es auch schon für ein paar Tausend Euro – und ist auch nicht ganz unumstritten

Mal im Ernst: Das haben wir wirklich noch nie verstanden – und jeder mit ein bisserl Benzin im Blut wird uns da zustimmen. Du bekommst für 20.000 – 25.000€ heute jede Menge durchdachter Fahrzeuge – einen sehr gut ausgestatteten Astra Kombi etwa, einen Ford Tourneo Connect, zwei bis 3 Dacias. Aber jetzt mal im Ernst: Wenn Du für 10.000 Euro weniger E-Klassen bekommst, 5er BMWs oder einen übermotorisierten Subaru WRX – wie um alles in der Welt sollst Du dich dann vom Up überzeugen? Zumal du mit dem gesparten Geld diese fetten schleudern auch noch ein paar Jahre fahren kannst, wenn es sein muss.

2. Neue Autos sind einfach zu clever – und machen Dich dumm

„Fehlende Assistenzsysteme“ – das liest man in der Auto Motor Sport oft, wenn es um ältere Autos geht – ganz so, als ob die wirklich fehlen würden. Bullshit. Bevormundungssysteme wäre wohl der korrekte Fachbegriff, denn am Ende kannst Du mit modernen Autos nicht mehr driften, sie sprechen nicht mehr mit Dir, sie geben die keine Signale mehr – im Grunde brauchen sie dich nicht zum Fahren. NFW – das brauchen wir nicht. Der BMW E39 hat längst alle Assistenzsysteme, die man wirklich braucht – PDC etwa ist so eins – das ist wirklich toll. Aber selbst das verblödet sich bereits, denn plötzlich kannst Du ohne nicht mehr einparken und wunderst Dich schnell, wie das eigentlich früher ging.

Cool ist das nicht, nein.

Wenn man die Gebrauchsanleitung lesen muss, um aus der Tiefgarage zu kommen: Da läuft was schief.

3. Individualität und Charakter

Jetzt mal im Ernst: Neuwagen kann doch jeder. Und was hast Du da für eine Auswahl? Doch stets nur die, die gerade auf dem Markt ist. Und da kommt beispielsweise kein individueller Wer5tverlust hinzu. Der Phaeton etwa war gegenüber dem 7er BMW das schlechtere Auto – dank seines hohen Wertverlustes fügt der Markt der entscheidung beim Gebrauchten doch ganz andere Komponenten hinzu, oder?

Und dan kommt ein Stück Cleverness und Beobachtungsgabe on top, die dich zu dem Cleverle macht, dass das erst mal merken und umsetzen muss.

Mercedes E-Klasse 2017

Ah… Warte – das ist doch der… äh… der…

Hinzu kommt mittlerweile: Alte Autos sehen einfach individueller aus, sind die wahren Hingucker. Einen aktuellen X kannst Du doch von einem aktuellen Y nur noch unterscheiden, wenn Du ganz nah dran stehst. Selbst innerhalb der Marken: Ein aktuelle T-Modell der E-Klasse sieht aus 70% aller Perspektiven genauso aus wie die C-Klasse – kostet aber 20.000€ mehr, die Du nicht mal sehen kannst…

Und: Gebrauchte Wagen haben immer überraschende Sonderausstattungen, für die du nichts bezahlt hast 😉

4. Reparaturen und Zugänglichkeit

Jetzt mal im Ernst: Bei einem Wagen Baujahr 2018 gibt es drei Warnleuchten, deren Grund Du noch selbst beheben kannst: Leerer Tank, Fehlendes Wischwasser und nicht korrekt geschlossene Tür – That’s it. Für alles andere fährst Du nicht nur in die Werkstatt: Du zahlst das volle Programm: Fehlerspeicher auslesen beispielsweise. Und warum bekommt der Rechner, der den Fehlerspeicher ausliest und nicht mal eine eigene Gewerkschaft hat, den Stundenlohn eines Unternehmensberaters?

Kauf einen BMW E36 und du kannst „Jetzt helfe ich mir selbst“ verwenden, Ersatzteile bei EBay kaufen und Leute finden, die dir alle Reparaturen erklären können – und du kommst an die Teile, die es zu tauschen gilt, noch ran – ohne bizarres Spezialwerkzeug. Gibt es ernsthaft Gesetze, die den Herstellern erklären müssen, dass Spezialwerkzeug für den Wechsel der Scheinwerfer irgendwie unethisch ist….?

5. Neuwagen verbrennen Geld, ohne dir etwas dafür zu geben

Schau Dir die Wagen an, die wir in den letzten 20 Jahren gefahren haben: Traumwagen in erster Hand, Traumwagen der besonderen Art in letzter Hand. All die S-Klassen, 7er und A8 und wie sie alle heissen, Phaeton, Lexus LS… Die verbrennen Geld in FÜNFSTELLIGER Menge im Jahr.

Hallo! Sie wollten geweckt werden!

Ernsthaft: Kein vernünftiger Mensch sollte da mitmachen – Firmenfuhrparks unserthalben, wenn es wirklich sein muss – aber kein Privathaushalt sollte so viel Geld verbrennen – ohne Not.

Leasingraten von mehreren hundert Euro für Mittelklassenwagen – wie kann man das selbstverständlich finden? Wir jedenfalls finden das nicht – und sind damit im mehrfachen Sinne stets gut gefahren.




6 Kommentare

  • Hagen

    Heikles Thema – gerade im Autoland.

    Da ist einerseits Geiz in jeder Hinsicht geil – nur beim Neuwagen-Protzen nicht!

    Der Gartenzaun kann aus Polen sein, die Lebensmittel von Aldi und die schwarz beschäftigte Putzfrau aus Kroatien (wie clever man ist, wenn man Geld spart)- nur das sofort SICHTBARE Statussymbol muss als solches auch für jeden erkennbar sein! Nicht, dass der Nachbar den 8 Jahre alten 7er aus lauter Unkenntnis noch mit einem 3er verwechselt! Da hört der Spaß auf….

    Sinnlos Geld verbrennen? “Da siehste mal, was ich mir leisten kann…”

    Handys, Autos, Urlaubs- und Restaurantposts – das ist Luxus, der nachweisbar ist und schön einfach Neid erzeugen kann. Egal, ob Leasing, Mobilratenverträge oder Gutscheine dahinterstecken- weiß ja keiner. Muss nur nach was aussehen.

    Wie wäre es denn mit einem bar bezahlten, top gepflegten Yountimer; einer übertariflich bezahlten, SV-pflichtig angemeldeten Putzfrau ; einer Zaunanlage vom ortsansässigen Fachbetrieb und Lebensmittel aus lokaler Produktion? Dann noch nach Feierabend für den Chef/ Kunden nicht erreichbar sein – DAS ist Luxus!

  • jannik

    Psst, ihr dürft doch nicht die Neuwagenkunden auf richtige Gedanken bringen. Seit doch froh das jemand so Statusgeil ist und einen Neuwagen kauft, sonst hätten wir keine Gebrauchtwagen.

  • Dem Punkt “lassen Langstrecken zusammenschmelzen” muß ich aufs Energischste widersprechen.
    Die meisten neuen Autos sind für das, wofür man sich ein Auto kauft, nämlich zum Autofahren, vollkommen ungeeignet. Der Grund: Displays, im zweitschlimmsten Fall als Tatschbildschirm. (Ein Nutzungskonzept, das den Fahrer dazu zwingt, den Blick von der Straße zu nehmen, ist im höchsten Maße verantwortungslos.) Noch schlimmer sind nur “virtuelle Cockpits”, sprich Bildschirme, die Anzeigen darstellen.
    Die Dinger lassen sich nämlich schlicht nicht genug dimmen, daß sie die Augen bei Nachtfahrten nicht unnötig ermüden. Wir Menschen sind darauf gepolt, uns zum Licht zu orientieren. Eine helle Armaturenbeleuchtung zieht unseren Blick magisch an. Dann verengt sich die Pupille (ist ja hell…) und das Auge fokussiert auf die Nahdistanz. Irgendwann fällt dem Fahrer dann auf, daß er zuletzt vor 30 Sekunden auf die Straße gesehen hat, und er nimmt den Blick wieder hoch. Jetzt fokussiert das Auge auf unendlich und die Pupillen weiten sich langsam (und so lange ist die Nachtsicht eingeschränkt.) Und dann geht das ganze Spiel wieder von vorne los. Das Ergebnis: man sieht trotz gleißend heller (und andere Fahrer blendender) LED erstaunlich wenig und ermüdet vorzeitig. Ich hatte mal das “Vergnügen”, einen brandneuen Q7 (mit irgendeinem “S” in der Typenbezeichnung) von Schwechat nach Schwabing zu bringen. Das waren die schlimmsten 440km meines noch jungen Autofahrerlebens (ich hab ja nur ~835.000km Fahrpraxis) . Schon nach 250km brannten die Augen – und ich wurde unkonzentriert und einfach hundemüde. In einem alten SAAB dagegen zählt alles unter 600km als Kurzstrecke, und ich bin auf Reisen nach und durch Skandinavien auch oft nach 1200km noch leidlich frisch ausgestiegen…
    Das ist eigentlich auch kein Hexenwerk, dafür braucht es nur komfortable Sitze und ein vernünftiges Nachtdesign. Gute Sitze bekommt man (gegen deftigen Aufpreis) nahezu überall, aber am Nachtdesign des Innenraumes scheitert es bei fast allen modernen Entwicklungen. Und damit ist das ganze schöne neue Auto leider vollkommen nutzlos.

  • Uwe Schmidt

    Wir fahren selber nur ältere Autos, der jüngste ist ein11Jahre älter Mondeo, ein 190e Baujahr 92und ein 200er Mercedes BJ. 1983. Fahre alle Fahrzeuge ohne Probleme. Wenn ich dagegen meine Kumpel mit ihren ektronisch gesteuerten Neuwagen sehe, Stress pur. Oftmals sind die Werkstätten selber mit den Neufahrzeugen überfordert. Ich, jedenfalls bleibe bei meinem Altblechfahrzeug. Status hin oder her, und was der Nachbar fährt, ist mir auch Wurst.

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