Dicke Hose für wenig Asche: Opel Omega B

Gibt es hier und da schon mal für 500€ mit bisserl Tüv – macht sich immer noch ganz gut vor der Garage

Seinen Vater haben sie anno 86 schlimm gescholten – und ihn, den Opel Omega B, mochte die Auto motor und sport auch nie so recht. Na und?

Finde einen Wagen mit ähnlichen Qualitäten zum gleichen Preis – und dann auch noch aus Deutschland… Unmöglich.

Der Opel Omega B als Billigauto muss wahrlich kein schlechter Treffer sein – gute Exemplare, die nicht hübsch sind, gibt es teilweise schon unter 1000€. Und vor allem: Im Gegensatz zu manch einem Geheimtip aus asiatischer Fertigung gibt es den Omega B billig an jeder Strassenecke – und für das Geld müssen sie beileibe nicht vollkommen verschimmelt sein – sie sind einfach nur uninteressant, nicht im Focus und führen ein Schattendasein auf den Hinterhöfen der Fähnchenhändler. Zurecht?

Solider Autobahn-Arbeitsplatz ab 500 Schleifen: Omega B. Selten gepflegt, aber einfach und durchdacht

Nicht wirklich.

Einmal muss gesagt sein: Die Qualität ist nicht durchgängig top – der Omega hat viele nervige Fehler, aber wenig grobe – von der lierderlich kriminellen Qualität eines Kadett E ist er weit entfernt.

Was nervt? Die Türschlösser taugen nicht viel, Die Lenkung leiert oftmals in diversen Teilen schnell aus und wird teigig, Rost an tragenden Teilen ist eher üblich, Vorderachse und Auspuffanlage sind Problemkandidaten.

Das war es dann aber auch im großen und Ganzen.

Der Opel Omega B bleibt ein guter Meilenfresser

Konzeptionell ist der Omega als Billigauto immer noch ein guter Meilenfresser. Große, bequeme Sitze heißen den Fahrer herzlich willkommen – die Polsterung ist auch nach 200.000 Kilometern noch mehr als passabel. Schön ist der Innenraum nicht, aber Platz hat er. Schon, wenn wir nur auf die Limousine blicken, haben wir einen Wagen vor uns, der sich hinter einer E-Klasse nicht verstecken muss. Der klassische große Wagen nimmt dem Alltag viel Str4ess, vor allem dann, wenn er einen 6 Zylinder und Automatik an Bord hat.

Was hier nicht reinpasst, bekommst Du auch sonst nirgends unter: 1800 Liter umgeklappt im Billig-Kombi Omega B

Stress macht er hingegen auf Nässe oder Schnee – hier zeigt sich, dass seine Lenkung schon grundlegend zu unpräzise ist und das wird über die Jahre nur selten besser – bricht der heckgetriebene Omega B mal aus, ist er schwer wieder zu fangen – hier war vor allem sein Vorgänger berechenbarer, ein E39 ist ihm dann um Längen voraus.

Späte Modell haben ESP, 6 Zylinder der letzten Serie sogar serienmäßig. Fair betrachtet muss man jedoch sagen: die komplexe Hinterachse tut auf normalem Untergrund alles für sicheres, komfortables Fahren – die Federung des Omega ist gesamtheitlich gelungen und nicht idiotisch hart, wie bei manchen zeitgenössischen Wagen.

Der Omega B in billig überzeugt in der Summe seiner Eigenschaften, wenn auch kaum mal in einer Einzelwertung, außer „Platz“. Die Vierzylinder sind brummig, ihr Verbrauch akzeptabel, die Diesel noch brummiger, mit Ausnahme des 2.5ers von BMW. Die 6 Zylinder sind wirklich cool und außerdem kräftig – leider sind hier die Auspuffrohre noch gefährdeter als bei den 4 Zylindern. Fair betrachtet bekommt man hier allerdings auch mal 200PS für 2000€…

Die Opel Omega B Limousine gibt es praktisch geschenkt

Wer den Platz des Kombis nicht benötigt, kann mit der Limousine noch billigeren Spaß haben – außerdem sind die im Normalfall besser gepflegt – die Kombis sind gerne mal komplett verrotzt und man wundert sich, was manche Leute noch guten Gewissens verkaufen wollen: Autos, bei denen man sich aus hygienischen Gründen nicht traut, eine Probefahrt zu machen. Hier ist der Omega Caravan in billig teils wirklich schlimm.

Staatslimousine? Nein – für Tausi gibt es den in gepflegt mit TÜV

Aber er hat PLAAAATZ – satte 1800 Liter sind ein Wort – darüber kommt nur noch die E-Klasse für’s 10fache Geld oder verlebte Sharans mit ’ner halben Tone Hundehaare an Bord.

Fazit: Omega B, Kann man machen – zumal bei den Preisen. Wir haben zig davon als Verbrauchsauto gehabt, mal für den Umzug, mal für die Baustelle. Die Leute haben ihn nie ausreichend geliebt und haben ihn nie mit genügend Liebe gepflegt – aber die Substanz stimmt – häufig auch noch mit 200.000 auf der Uhr für 700€.