Das endgültige Streberauto – bessere Vorbesitzer kriegst Du nicht

Der Toyota Prius? Den Hast Du als Billigauto nicht auf der Rechnung? Solltest Du aber – nicht, weil er wirklich billig ist…

Toyota Prius – Zielgruppenselektion

Okay: Wer kauft sich einen Prius, na? Genau: Streber kaufen sich den. Solche Leute, die Nachkommastellen in den Unterhaltskosten in Excel ermitteln, festhalten und dann im Jahresverlauf vergleichen und es fertigbringen, Sätze von sich zu geben wie „Du, Schatz, hättest Du gedacht, dass der Winterbetrieb im Schnitt 1,2cent pro Kilometer teurer ist?“

Toyota Prius erste Generation

Der erste Toyota Prius ist häßlich wie eine Warze über dem Auge

Da magst Du jetzt sagen „Solche Typen hab ich in der 9. Klasse auf dem Schulhof vermöbelt“ – klar, aber ist nicht genau das der Beweis? 😉

Wir sind losgezogen, Toyota Prius zu begutachten, zu fahren und uns auch mal so zu fühlen, als täten wir was für die Umwelt – irgend etwas ausser Mülltrennung und dem Verscherbeln von altem Zeuchs bei eBay…

Preissituation Toyota Prius

Mit nur 3000 Schleifen in der Tasche wird der Prius schnell mal knapp, soviel vorweg. Es gibt zwar diverse unter 3.000 – aber dabei handelt es sich dann zumeist um das zurecht unfreiwillig exklusive Modell der ersten Serie. Ganz gleich, was der kann oder nicht: Der Wagen ist derartig ugly – mit dem kannst Du Dich nirgends blicken lassen, also Karma-Control: lass dich erst gar nicht verlocken, sonst wirst Du in Deinem nächsten Leben vielleicht auch in der 9. Klasse auf dem Schulhof vermöbelt – und wer will das schon?

Weiss war die Farbe der Wahl beim Prius - vor allem in den USA

Weiss war die Farbe der Wahl beim Prius – vor allem in den USA

Den richtigen Prius, der sich ab 2004 verbreitete, erkennst Du auch als Laie an der mittlerweile klassischen Schrägheckform, die er nahezu unverändert bis in die Gegenwart beibehalten hat und erst in der kommenden Generation partiell verlieren soll.

prius-2005-hinten

erfreulich geräumig – vorne wie hinten

Für den nimmt man besser 3500 – 5000€ in die Hand. Dann kriegst Du ein Auto, das oft signifikante Laufleistungen auf dem Tacho hat – aber immer immer immer aussieht wie geleckt – und das nur aus einem einzigen Grund: Permanente Pflege. Wir wetten, dass Leute, die den Prius haben, ihn noch wie in den 70er Jahren dein Dad damals mit der Hand waschen – von innen und aussen und regelmäßig. Dass sie darüber hinaus jede Inspektion machen, beweist das Bordbuch, während der Bordcomputer von schonender Fahrweise kündet.

Interessant auch: Schaut man sich die Auswertung der britischen Garantieversicherer an, sieht man schnell, dass diese gebrauchten Prius keine signifikant teuren Reparaturen mit sich herumschleppen – soviel schon mal an all jene, die jetzt sagen: „Wenn da mal was an der Batterie ist…“

Hier kommen Nerds voll auf ihre Kosten - eine wahre Freude für Leute, die mit dem C64 und dem Amiga aufgewachsen sind

Hier kommen Nerds voll auf ihre Kosten – eine wahre Freude für Leute, die mit dem C64 und dem Amiga aufgewachsen sind

Kar – in so einem Toyota Prius als Billigauto steckt stets mehr Technik als in einem Ford Granada, machen wir uns nix vor. Und wo viel drin ist, kann auch viel kaputt gehen. Kann – muss aber scheinbar nicht. wie auch schon der Avensis, der heilig gesprochene Toyota Carina oder unsere geliebter Lexus LS400 scheint jede Faser dieser Wagen auszuströmen, dass sie für die Ewigkeit gemacht sind. Diese Wagen bestätigen ihre eigene Legende.

Tatsächlich finden sich hier und da Prius, bei denen Teile der umfangreichen Anzeigen nicht mehr ganz auf der Höhe der Zeit sind – aber mechanische Defekte sind die Ausnahme. Der Toyota Prius ist ein ganz großer im Bereich Zuverlässigkeit.

Auch hier ist der Prius ein cooles Auto - der Wagen hätte auch ohne seinen hybriden Antrieb durchaus eine Karriere machen können

Auch hier ist der Prius ein cooles Auto – der Wagen hätte auch ohne seinen hybriden Antrieb durchaus eine Karriere machen können

Dass das Fahren nicht jedermanns Sache ist, lassen wir mal dahingestellt. Die CVT Getriebe dieser Erde bedürfen Streber als Fahrer – solche, die nicht unbedingt spontan überholen wollen. Das Hybride System zieht Teile seiner Sparsamkeit aus der Tatsache, dass es einfach keinen Spaß macht, die Leistung des Toyota Prius wirklich abzurufen – dann nämlich nervt er durch nörgelige Geräusche und ätzend zähes Ansprechverhalten gepaart mit anstrengender Geräuschkulisse – ist übrigens auch beim aktuellen Modell nicht so gigantisch viel besser.

Man muss den Prius also mögen – auf der Autobahn ist er dafür eine Bank – vor allem bei konstanten 127 KM/h, zu denen er automatisch zu erziehen scheint.

Wer sich damit anfreundet, findet hier das perfekte Billigauto – auch wenn das gegen alle Annahmen und Grundregeln ist.



4 Kommentare

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.