Dacia Dokker dekorativ fotografiert

Dacia Dokker – Neuer Familienheld?

Der Dacia Lodgy ist billig, gut und irgendwie sogar cool, beim Dokker steigen wir jedoch eher mit ein bisserl Widerwillen ein – nicht wegen Dacia oder wegen billig – mehr wegen Hochdachkombis – Die finden wir seit ihrem Erscheinen blöd. Ein gescheiter Van geht okay – „Hochdachkombis“ fahren sich meist wie Spielzeugautos und waren in der Vergangenheit oft widerwärtig beisammen geschraubt, allen voran die französischen – und im Grunde ist der Dacia Dokker ein Franzose, wenn auch ein rumänischer, der in Marokko gebaut wird.Dacia Dokker dekorativ fotografiert
Schrankwanddesign ist verzichtbar…

Dacia hat die Zeichen der Zeit erkannt

Nun hat ja Dacia mit den letzten Neuerscheinungen einen Volltreffer nach dem anderen gelandet – ganz ehrlich: kaum eine andere Marke hat den gesellschaftlichen Split so knallhart auf den Punkt bedient wie Dacia. Die Konzentration aufs Wesentliche, auf die Transportanforderungen der Käufer.
Hier markiert der Dacia Dokker nach dem Logan MCV und dem Lodgy die neue Spitze der Konzentration auf Transportbedürfnisse. Trotz lächerlicher Außenlänge von 4,37 beträgt das maximale Koferraumvolumen des Dacia Dokker satte 800 Liter im Minimum und spektakuläre 3000 Liter hinter den Fahrersitzen, dachhoch beladen. Angeblich geht eine Euro-Palette rein – das Volumen übertrifft Damit nicht nur Logan MCV und Lodgy aus demselben Hause, sondern auch 40.000 Euro-Fahrzeuge wie den VW Sharan.
Und das für unter 9000€ für den zugegebenermaßen zu schwachen Benziner.
Am Ende werden es bei den meisten Kunden wohl eher 14.000€ für einen besser ausgestatten Diesel werden – dafür gibt es abgewohnte Sharan. Auch die Berlingos sind teurer, noch teuere die lächerliche Mercedes-Adaption des französischen Hochdachkombis, die mal eher 25.000 braucht.

Ist der Dacia Dokker soviel schlechter?

Dacia Dokker Kofferraum

Eine ganze Europalette? Wir haben es nicht probiert, aber glauben es allemal. Das ist einer dieser Wagen, wo Du ständig gerafgt wirst, ob Du beim Umzug helfen kannst

Ganz klar: Nein. Der Dacia Dokker macht alles in allem einen äußerst soliden Eindruck – nicht nur oberflächlich mit seinem durchaus ansehnlichen finish und den einfachen robusten Materialien. Auch beimk Blick unters Blech wirkt er solider und handwerklich durchdacht. Selbst bei Modellen mit Klimaanlage kommt man beispielsweise an Scheinwerfer dran, um mal eine Birne zu tauschen – auch das macht den Dokker im Unterhalt aktiv billig.
Mit Ausnahme des ersten Logan sind die Dacias auch in den anderen Kostenfressern billig – Versicherung etwa oder Inspektionen.

Schwächen des Dacia Dokker

Was nervt, sind die Fahrgeräusche – Motor und Abrollgeräusche sind höher als beim Durchschnitt – das Lenkungsfeedback ist eher teigig – mit dem Dacia Dokker möchtest Du nicht spontan gegenlenken müssen. Aber solche Situationen verhindern die Sitze mit mangelnder Seitenführung zuverlässig. Der Benzinmotor auch, der ist einfach zu schwächlich für ein ausgewachsenes Auto wie den Dacia Dokker – die Diesel haben aber schon im Duster und im Lodgy gezeigt, dass sie etwas taugen und obendrein sparsam sind.

Dacia Dokker innen

Denen sieht man schon an, wie weich sie sind

Etwas mau fällt auch die Heizung und Lüftung aus. Gestartet morgens mit 6 Grad Außentemperatur braucht die Heizung, um den reisigen Innenraum auf erträgliche Temperatur zu bringen – das kann der Lodgy eigenartiger Weise weit besser, selbst als Diesel, obwohl man hier dieselben Komponenten vermuten würde. Typisch Hochdachkombi ist das doppelt nervig, da man beispielsweise nicht mal eben die hinteren Fenster runtermachen kann…

Geht voll okay und ist unempfindlich

Dennoch: da haben wir viel schlechtere Autos für mehr Geld gesehen – etwa Schwipp-Neffe im Geiste Citroen Berlingo und Konzern-Cousin Renaul Kangoo… Dann lieber den Dokker, aber allemal mit Diesel. Oder den komfortableren Lodgy, der wahrscheinlich alles in allem der wichtigste Konkurrent des Dacia Dokker sein dürfte. Der Wagen in sich hat Bestand und muss die doppelt so teure Konkurrenz nicht fürchten – und das auf eine sehr sympathische ungeschminkte Weise.

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