Chrysler Neon, Blau

Kein Design-Highlight aber allemal gefällig: Chrysler Neon

Du wirfst Deinen Schlüssel auf den Stammtisch, lässig, beinahe beiläufig – und doch schauen alle Männer drauf, bis dann einer sagt: Was??? Du hast einen Chrysler Neon?? Wie coooolll!

Ähm… Na ja… machen wir uns mal nix vor… Einem Chrysler Neon schaut wirklich kein Mensch hinterher. Die meisten Menschen kennen ihn nicht – er wäre das ideale Fluchtauto für Banküberfälle, weil die meisten Leute ihn einfach vergessen oder sich vielleicht merken würden, dass er ein wenig froschig aussieht – aber das tut die Mercedes R-Klasse auch…

Hinten graduell kleiner als ein Passat der 90er – aber eben auch viel billiger und immer noch serh passabel

Was kann so ein Chrysler Neon?

In erster Linie kann er mal billig. Man findet in Deutschland haufenweise Modelle bis 2.000€ – oft in sehr passablen Zuständen und oft auch mit geringen Laufleistungen. Selbst für 500€ haben wir gute Exemplare gefahren – mit 12 Monaten Tüv. Die meisten Modell finden sich entlang der A4 in de neuen Bundesländern, wo der Wagen verhältnismäßig beliebt war, während er im „Westen“ nie so recht Fuß fassen konnte, obwohl er preislich wirklich unschlagbar war, Verglichen mit einem Passat ließen sich hier schnell mal 50% sparen. Ganz fair betrachtet ist der Innenraum jedoch auch ein wenig kleiner.

Und der Chrysler Neon, ob nun neu oder heute in billig, ist irgendwie ein freudloses Auto. Keiner der Motoren bietet den rechten Durchzug, die Bremsen sich sehr durchschnittlich, die Sitze muss man schon sehr mögen, da sie weder Seitenhalt bieten , noch übermäßig durch Langstreckenkomfort glänzen. Die Schaltung ist freudlos, der 133PS Motor in höheren Drehzahlen unwillig, die anderen lauter als der Durchschnitt.

Sauber ausgestattet

Aller Vermutung nach die langweiligste Ansicht von allen

Auf der Haben-Seite gibt es ein verhältnismäßig gut ausgestattetes Auto, routiniert gefertigt, mit wenigen Tücken und typischen Mängeln. Die Türdichtungen machen man Mucken, hier und da Lenker und Buchsen und bei den Automatikmodellen halten die Bremsen nicht ewig – was fair betrachtet auf diverse Automatikautos zutrifft. Wenn mal was Ärger macht, sind das im Regelfalle Zipperlein, wie mal ein elektrischer Fensterheber hier und ein Steckverbindung da, vorwiegend absolut behebbare Dinge – in einem Wagen, dessen Komplexität generell überschaubar ist. Hier kann man auch mal selbst was tauschen oder zurechtrücken – und das kann man nicht mehr von jedem Auto aus den 90ern sagen. Rost ist eher unbedeutend, aber die Lacke neigen zum Ausbleichen. So what?

Die Vorbesitzer sind oft seriöse ältere Herren, die auch Inspektionen zu würdigen wissen.

Vorsicht beim Versichern

Auf die richtige Versicherung muss man achten, da der Chrysler, wie so viele US-Autos, sehr wirr und hochgradig unterschiedlich von den Versicherern eingestuft wird – hier also unbedingt vergleichen, das kann schnell mal 300-500€ ausmachen.

Wer sich also mit einem nicht-king-of-the-hill-premium-modell anfreunden kann, kauft hier ein wirklich ordentliches Auto zum fairen Preis – und wird sogar an der Tankstelle belohnt – vernünftig gefahren kommt der Chrysler mit 7-9 Litern hin. Und da er eh nicht gerade zu sportlichem Fahren animiert…

So: Good Buy!