Citroen Elysee

Billige Neuwagen 2017 II/VI: Citroen Elysée

Die neuen Billigautos kommen wieder – und das war dringend überfällig. Und wie machen sie die Konzerne billig? Durch idiotisches Sparen oder einfach durch Verzicht auf die teure Marketingstory und die Gewinnspanne? Wir schauen es uns an.

Citroen C-Elysée 2017 – Erstkontakt

Dass Citroen mit einem Billigauto um die Ecke kommt, mag manch einen wundern – zurecht. Auf der einen Seite pumpt Citroen sich auf in Richtung Premium-Fahrzeuge mit seiner DS-Serie – und dann das.

Citroen Elysee

In weiss mögen den nicht mal die Händler so recht auf dem Hof stehen haben. Das Heck sieht aus, als hätte man eines vom alten 5er dran geschraubt aus dieser Perspektive. Insgesamt gilt: Es gibt hübschere Autos

Machen wir uns nichts vor: mit Wagen wie dem Citroen AX, der Ente oder dem Visa hat Citroen immer schon ein paar der relevantesten billigen Autos am Markt gehabt – aber die waren ja billig durch mangelnde Größe und Entbehrungen der unterschiedlichsten Art. Der C-Elysée hingegen reiht sich eher in die Reihe der Autos vom Schlage des neuen Fiat Tipo und ähnlichen ein, die familientauglich sind und die Süd-Märkte mit günstigen Stufenheck-Limousinen bedienen.

Und dafür ruft Citroen ab kommendem Monat gerade mal 12500 auf. 12500? Na ja – das gilt nur für den Wagen in Weiss – alle anderen mit metallic Lack kosten schon mal pauschal über 13.000 – und leider ist der Wagen in weiss pauschal unansehnlich mit seinem eigenartigen kurzen Hintern und obendrein neigt der Wagen aerodynamisch dazu, überproportional schnell zu verdrecken, was gerade bei Weiss unangenehm auffällt.

Bei anderen Themen gibt sich Citroen dann etwas generöser, aber viel Individualisierung ist nicht – nur standardisierte Pakete. Aber hey: Wir reden hier ja auch nicht von Mercedes oder Audi. Soweit fein.

Citroen C-Elysée – was kann der im Alltag?

Citroen Elysee

Da sag mal nix: Das sieht doch eigentlich ganz gut aus, oder? Nur anfühlen tut es sich so nicht

Dass der Wagen einerseits das Sparmodell ist und andererseits sowohl auf andere Märkte ausgelegt ist und dort auch schon ein paar Jahre im Gebrauch ist, merkt man dem Citroen an. Man merkt es, sobald man die Tür schließt und erst recht, sobald man losgefahren ist. In der Türkei etwa gibt es den Elysée bereits seit 2012 – da werden manche Wagen schon wieder geliftet oder ersetzt, wenn es sich um Japaner handelt… Citroen besteht darauf, den Wagen massiv angepasst zu haben – mag sein. Wir sind ihn vor ein paar Jahren schon mal gefahren und er entspricht im wesentlichen unserer Erinnerung.

Innen ist der Wagen zunächst einmal gar nicht so hässlich – ganz im Gegenteil – fühlt sich aber leider so an und auch die Türen schließen wie früher im Sozialismus, etwas überspitzt ausgedrückt. Da geht es also nicht um „Haptik“-Quatsch, sondern um die Art Wahrnehmung, die dir sagt: Der Griff da biegt sich, dem Material hier traue ich keine 2 Jahre zu und die Sitzbezüge werden schnell verschleißen. Leider ist auch viel zu viel an dem Wagen gesteckt, was geschraubt gehört – leider seit Jahren ein allgemeiner Trend, der auch 3 mal so teure Autos trifft.

Mumpitz

Was ist hier das Maß? Der Fiat Tipo macht seine Sache in dem Segment wirklich besser und auch die Dacias wirken hier erwachsener, vertrauenerweckender. Nochmal: Machen wir uns nichts vor: Wir reden hier von einem Autos, das wirklich günstig ist – aber: Das ist so ein Tipo oder auch ein Skoda Rapid oder Dacia Logan MCV auch…

Die Bedienung des Citroen ist – und das hat ja bei Citroen Tradition – etwas knubbelig. Hinter dem Lenkrad sitzen kleine Satelliten, die da nicht wirklich gut sitzen und einem eigentlich ständig irgendwie im Weg sind.

Die Sitze wirken auf den ersten Blick schnuckelig, stützen aber weder die Lendenwirbelsäule noch die schultern vernünftig – Ermüdung ist hier vorprogrammiert – auch hier noch einmal: Das können die anderen besser. Das ist Sparen an der falschen Stelle.

Die lange Strecke ist denn auch eh nicht die klassische Paradedisziplin des Citroen. In der Stadt wirkt er alles in allem angenehm kompakt gemessen an seinem Ladevolumen und dem Platz, den er Personen – auch auf der Rückbank bietet. Der Kofferraum ist mit über 500 Litern riesig für diese Klasse. Ein Griff an der Klappe wäre übrigens ein Fortschritt…

Landstrasse ist okay – der Wagen liegt unauffällig, berechenbar, easy – hier ist der Citroen modern, wenn auch nicht so gefedert, wie man das vielleicht von einem Citroen erwartet. Dennoch: Das geht voll okay. Der lange Radstand, der viele in dieser Klasse übertrifft, gibt dem Wagen hier durchaus Größe.

Sehr respektable Platzverhältnisse

Citroen bietet den Wagen mit 2 Benzinern und einem Diesel an – und wie so oft sprengt der Diesel das Budget schnell und liegt dann ruck zuck bei 18.000 Euro – hat allerdings mit seinen nominell 100PS echten Dampf. Er brummt grummelig und angriffslustig, performed aber auch entsprechend. Das ist schon fast ein wenig sportlich. Der kleine Benziner für 13.000 mit seinen 82 PS ist aber auch keine Schande – klingt zwar brummig, ist aber absolut ausreichend drehfreudig – und ganz ehrlich: die 82PS sind vollkommen ausreichend, what’s the point?

Citroen C-Elysée Billigautos.de-Fazit

Wie so oft: das Bessere ist der Feind des Guten. Der Citroen ist alles in Allem ganz okay – und seine Strassenpreise werden solide unter den Prospektpreisen liegen, wie beim Fiat auch – ein paar der trashigen verdächtigen bieten ihn um 10.500 an.

Schaut man sich parallel die Modelle an, die in den vergangenen Jahren über graue Wege nach Deutschland gekommen sind, so stellt man fest, dass diese mit 80.000 auf der Uhr nach 3-4 Jahren noch eine ziemlich gute Substanz bieten – die sitze sind allerdings genau so verschleißanfällig, wie man befürchtet und hier und da fehlen dann eben doch gesteckte Plastikteile…

Der Citroen C-Elysée taugt was für sein Geld, vor allem die billigen Versionen – ist im Fahrbetrieb gerade so an der Grenze von Erwachsen und bietet viel Raum. Der Fiat Tipo ist moderner, fährt sich besser – und hat dem Citroen einen substanziell großen Kombi voraus, der in dieser Klasse was zählt.



Ein Kommentar

  • Wolfgang Pieske

    Also ich halte nicht soviel von dem Typ, hohe Ladekante, man hebt sich einen Bruch, wenn
    man Sprudelkisten rein stellen will.
    Mir wäre eine neu Auflage vom 2 CV in R4 Form, ebene Ladefläche, ca 40 – 60 PS mindestens
    Euro 4-6, günstiger Anschaffungspreis ca. 5.000 € – 6.000 € . Damit auch die Menschen
    davon profitieren, die nicht soviel Geld haben.
    Habe übrigens 3 x einen 2 CV über viele Jahre gefahren und war im großen-ganzen immer
    zufrieden.

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