Billige Elektro-Autos, Teil II: Der Aixam City. Äähmm… der Was??

Den Aixam City… den kennt nun wirklich niemand.

Zumindest gilt das in Deutschland. In anderen Ländern hat der Wagen durchaus eine gewisse Verbreitung erreicht – in Polen ist er in den Großstädten durchaus angekommen.

Hier in Deutschland findest Du ihn eher in den etwas ländlicheren Gebieten oder ganz selten im Speckgürtel der großen Städte. Gefahren werden die Elektro-Modelle dort oft von seltsamen Leuten. Tatsächlich braucht es auch seltsamen Kunden für diesen Wagen, denn der Aixam zu Deutschen Preisen ist schon ein relativ schrulliges Auto.

Die Innenräume haben etwas von Obi

Zunächst einmal ist er bestenfalls geschnitten wie ein Smart – ein Zweisitzer, der sich immer in wenig anfühlt wie eine Art moderner Trabant. Die Außenhaut macht ähnliche Geräusche und fühlt sich ähnlich an, wenn auch vielleicht ein wenig moderner. Alles wirkt ein wenig improvisiert und geschustert – und das gilt leider in vielen Dimensionen auch fürs Fahrverhalten. Die Bremsen sind schwach – selbst für die gebotenen Fahrleistungen machen sie keinen besonders kompetenten Eindruck. Die erforderliche Pedalkraft ist dabei stets sehr hoch, liefert aber eben nicht besonders viel Ergebnis.

Beeindruckend ist das nicht – dagegen wirkt der Renault Twizy sportlich modern…

Die wenigen Fahrzeuge, die man in Deutschland findet, haben eine völlig wirre Preisstruktur, bei winzigen Märkten wie dem für den Aixam kein Wunder, aber eben auch irgendwie nervig. In etwa gleichwertige Fahrzeuge können da zwischen 4.000 und 8.000 Euro schwanken.

Die Reichweiten des Aixam sind eher für die Stadt geeignet und die Besitzer erklären uns sehr offen: Die Reichweite nimmt in erheblichem Maße ab. Ein Vorbesitzer rechtfertigt seinen hohen Preis durch neue Batterien – die anderen hätten sich über den Winter vollständig entladen und den Geist aufgegeben. Hier merkt man, dass oft selbst die freakigen Besitzer, die sich solche Nichen-Fahrzeuge erschließen, durchaus mit der Thematik überfordert sind.

Schlicht – aber Selbermachen? Hier wohl eher nicht

Service für den Aixam? „…macht so eine Spedition zwei Dörfer weiter – da hab ich den auch gekauft.“ Tatsächlich sind die Aixam-Verkäufer oft Unternehmen, die das nebenbei machen, die an das Konzept glauben, aber eigentlich oft – wie uns viele Vorbesitzer erzählen – nicht die nötige Kompetenz haben. Da gibt es dann einen Mitarbeiter, der sich wirklich mit dem ganze Strom-Thema auskennt – „Und als der gegangen ist, war ich im Arsch – da stehen dann nur ratlose Typen vor dem Wagen.“

Hm – soviel zum Thema „Selber machen“….

Immerhin: So ein Wagen kostet neu mit ein wenig Ausstattung auch an die 20.000€. Der Wertverlust ist schon deshalb erheblich, weil den Wagen niemand kennt – und ehrlich gesagt wundert einen das nicht – auch online scheint die Company alles zu tun, um den Wagen vor der Menschheit zu verstecken. Anfragen unsererseits wurden nicht beantwortet – die drei nächstgelegenen lokalen Servicebetriebe stellen sich ebenso tot & stumm… Alles in allem schwierig. Das funktioniert wahrscheinlich mit einem beeindruckenden Auto, auf das die Leute scharf sind – aber das trifft auf den Axiam nun wirklich nicht zu.




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