VW Polo 6N

Billige Autos für Anfänger: Die Grundsätze

Also…. Die Anfrage bekommen wir eigentlich immer wieder und wir müssen sie mal wieder grundlegend beantworten auf der einen Seite – und auf der anderen haben wir unsere Serie von 2008 noch einmal neu aufgelegt:

Billige Autos für Fahr-Anfänger – welche kaufen, was beachten?

Widmen wir uns diesem typischen Papa-Thema mal wieder neu, so fällt auf, dass die grundlegenden Fehler in der Herangehensweise die gleichen geblieben sind: Die meisten Leute wollen für ihre 18jährige Tochter einen günstigen Wagen erwerben, der soll billig im Unterhalt sein und einigermaßen sicher.

Ich dachte an den Polo

Die Lösungsstrategien sind pauschal meist falsch und heißen „Ich dachte an den Polo“. Da schütteln wir den mentalen Kopf und möchte eigentlich gerne die Keule rausholen – aber die Magie von Volkswagen ist in diesem Land eben ungebrochen.

VW Polo 6N

Der Polo ist weder billig noch ist er der Musterknabe, für den ihn viele halten. Wer den Wagen dann noch zum VW Händler zur Inspektion bringt, für den ist auch das Thema „günstig im Unterhalt“ komplett durch

Machen wir uns nix vor: Das einzig volksnahe am Polo ist der Name Volkswagen. Ansonsten macht der Wagen in diesem Segment keinen Sinn. Warum? Einerseits ist er stets signifikant teurer als Opel Corsa oder Ford Fiesta – wenn man in der kleinen Klasse kaufen will. Man kann also entweder einen älteren Kaufen, einen mit deutlich mehr Kilometern drauf oder eben mehr Geld ausgeben als für Opel Corsa und Ford Fiesta. Keine dieser Strategien macht den Polo irgendwie besser – aber dazu kommen wir dann noch im Detail.

Der andere Grundsatzfehler steckt schon in der Entscheidung für diese Fahrzeugklasse. Die Klasse der Corsas und Fiestas wird von Vätern oft als die richtige für ihre Töchter angesehen – billiger im Unterhalt und kleiner und dadurch sicherlich auch leichter einzuparken.

Die Kompaktklasse ist der besser Kauf

Autos aus der Kompaktklasse sind in unserer Preisklasse in vielerlei Hinsicht oft die besser Wahl - und so ein Focus ist schon ein ziemlich vollwertiges Auto

Autos aus der Kompaktklasse sind in unserer Preisklasse in vielerlei Hinsicht oft die besser Wahl – und so ein Focus ist schon ein ziemlich vollwertiges Auto

Das erweist sich bei näherer Überprüfung aus verschiedenen Gründen als Blödsinn. Einerseits sind die kleineren Autos nicht wirklich billiger – teilweise gar im Gegenteil. Vor allem die kleineren Motorisierungen, die als günstiger gelten, sind im Schnitt immer überteuert. Ein Focus kostet oft nicht mehr als ein Fiesta, bietet aber in allen Dimensionen mehr. Das Einpark-Thema ist pädagogischer Nonsens von der Art: Ich gebe meinen Kindern stumpfe Messer, damit sie lernen, sich nicht zu schneiden.
What?

Eben.

Hinzu kommt: Speziell die ganz kleinen wie die Ford Kas und Smarts werden einerseits oft von Pizza-Diensten missbraucht oder eben von Töchtern gefahren, die scheinbar nicht einparken können und in jedem Falle nur geringe Fahrpraxis haben. Das macht sie in der Versicherung teilweise deutlich teurer – das ist ja schließlich nicht mehr wie vor 20 Jahren, als Autos mit kleinen Motoren stets billiger waren Und nun kurz ein bisschen Mathematik: Die Töchter haben die hohen Schadensfreiheitsklassen – wer also glaubt, der Corsa sei pauschal billiger für Anfänger als der Astra, ist oft VOLLKOMMEN schief gewickelt.

Wir haben Fälle gerechnet, in denen der Kompakte Wagen dem Kleinwagen monatlich um 140 Euro outperformen konnte… Und mal ehrlich: Hat man nicht ein besseres Gefühl, die Tochter mit dem stämmigeren Astra fahren zu lassen…?

statt eines langweiligen, überteuerten Polos lieber mal einen Wagen, mit du auch als Studentin mal entspannt zum Campen fahren kannst

statt eines langweiligen, überteuerten Polos lieber mal einen Wagen, mit du auch als Studentin mal entspannt zum Campen fahren kannst – teurer muss das nicht sein

Hinzu kommt: Die Fahrzeuge der Astra/Golf/Focus-Klasse sind auch real sicherer: Nach dem Sturz der A-Klasse nämlich wurde ESP hier schneller Serienstandard oder beliebtes Extra. So haben zwischen 20 und 25%  der Golf-Klasse in dieser Preisklasse ESP, bei Corsa und Polo sind es eher 6-10%. Vom Ford Ka mal gar nicht zu reden.

Aus dem Blickwinkel werden wir uns in den kommenden Wochen noch einmal dem Thema nähern und haben schon mal wieder über 30 Exemplatre angeschaut, die für die Töchter in Frage kommen – Bei Söhnen scheint diese Frage unbekannt zu sein – und da sind wieder mal einige interessante Kracher dabei gewesen – und natürlich haben wir uns auch wieder viele Quellen zu dem Thema angesehen, ganz speziell auch solche, die nicht aus Polo-Land stammen. Das öffnet einem ja ganz oft die Augen, obwohl die Deutschen Statistiken ja sicher auch ganz seriös ermittelt werden – oder?



2 Kommentare

  • Ach Mensch, ihr Germanen seid doch auch wirklich ein wenig verblendet… 😉

    Wenn schon kein Polo, dann Ford oder Opel. *lol*. 😉

    Mein Bruder, ihm sind Autos völlig gleichgültig, fährt seit vielen Jahren Mazda 3. Wer auf den Rost aufpasst und einen Benziner nimmt (beides leicht zu machen), hat wie er absolut 0 Probleme. Davor hatte er einen Toyota Corolla E11 (verkauft mit 280.000km) und davor einen Toyota Carina E. Richtig geraten, beide absolut ohne Problem und immer 100% zuverässig.

    Auf solche Bilanzen können seine Freunde mit VW, Audi, Opel und Co. nicht zurück blicken. 😉

  • Daß Kleinwagen Unfug sind: absolute Zustimmung! Aber warum in der Kompaktklasse halt machen?

    https://turboseize.wordpress.com/2016/03/11/das-richtige-auto-fuer-fahranfaenger/

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.