Berechnet: Die (wirklich) billigsten Neuwagen 2018

Wie schon im vergangenen Jahr, haben wir uns auch wieder einmal aufgemacht, online-Datenbanken angeworfen, Versicherungsvergleiche bemüht, Reparaturprognosen und Laufzeiten in eine Access-Datei eingezimmert und Schlüsse gezogen. Eine sehr geile Übung, wenn auch unzweifelhaft ein bisserl aufwändig. Aber nach dem Erfolg im letzten Jahr ja offensichtlich eine gute Idee…

Diesmal haben wir uns sogar nicht nur die Autos ganz unten angesehen, sondern auch einmal geschaut: Welche sind eigentlich die billigsten Autos der höheren Klassen (Nein, sind wir nicht selbst drauf gekommen, war ganz klar Feedback von Euch!).

Und auch dieses Jahr wird wieder die Frage aufkommen: Was soll der Quatsch – ist Dacia nicht immer der billigste von allen?

Dacia Sandero

Dacia Sandero: trotz allem erst mal der billigste Wagen in dieser Klasse

Trotz jahrelanger Erziehungsarbeit noch einmal: Bitte vergesst nicht neben dem Wertverlust auch Themen wie Versicherung und ähnliches… Die sind schon ewig nicht mehr linear zu den Anschaffungskosten – eher mal im Gegenteil…

Was kostet denn nun der Dacia – in dem Falle der Sandero, der ja eigentlich der billigste sein sollte? Das 73PS Modell des Dacia Sandero mag nicht gerade der Sieger der Herzen sein – aber mit 329€ (4 Jahre / 15tkm pa) bist Du dabei – das ist tatsächlich aus dieversen Gründen sogar weniger als letztes Jahr. Fair betrachtet muss man sagen: Für einen Wagen dieser Größe ist das schon wirklich eine Wucht. Vergleichst Du den mit einem Golf, der kaum mehr Raum bietet – da geht nichts unter 499 – selbst ein Polo braucht im Minimum 403 Euro. Soviel zum Wagen für’s „Volk“ – niemand soll sich mehr wundern, dass Dacia auch in 2017 wieder ein Wachstum sondergleichen hingelegt hat…

Aber ist der Sandero der billigsten? Man ahnt es schon… auch dieses Jahr unterbiete ihn der kleinste aus dem Volkswagen-Konzern – das billigste Auto ist ganz klar der Seat Mii mit 294€ im Monat, also immer noch rund 3500€ im Jahr, aber eben der wirklich günstigste Neuwagen Deutschlands – obwohl selbst bei dem der Wertverlust größer ist als beim Dacia, der als einziger Wagen der Republik weniger als 1000€ im Jahr an reinem Wertverlust verbrennt. Der Sandero, den wir hatten, hat uns das in allen Dimensionen bestätigt – den sind wir mit 8,8 Cent pro Kilometer gefahren. Umgerechnet wären das dann bei dem gebrauchten Sandero gerade einmal lächerliche 110€ Unterhaltskosten im Monat gewesen – ein neuer Seat Mii verbrennt schon mehr Geld, BEVOR Du auch nur einen Meter mit ihm gefahren bist – soviel zur Verhältnismäßigkeit….

Wie sieht es denn aber nun weiter oben aus – etwa in der Passat-Klasse, wenn wir die mal so nennen wollen?

Der billigste Passat schlägt mit 638€ auf – basierend auf der 15.000 Kilometer-Kalkulation. Und: Dieselgating hin oder her: Mal wieder ist es nicht der Diesel, der mit den geringsten Kosten daherkommt, sondern der – zugegebenermaßen leicht blutleere – 1,4 TSI mit seinen 125PS. Im Gegensatz zu früher ist ein Avensis nicht billiger – ein dreizylindriger Mondeo mit 504 Euro ist es sehr wohl, wenn auch vielleicht nicht gerade spektakulär billiger, so doch aber immer noch günstiger – und der Dreizylinder fährt sich kraftvoller als der kleine Motor im Passat – verkehrte Welt.

Wie so oft schon sind die Mondeos in all ihren Erscheinungsformen die günstigsten Wagen der Klasse geblieben – primär auch, weil die meisten Asiaten lieber SUVs bauen

Die erschreckende Botschaft aber auch: Billiger wird es nicht. Anbieter wie dacia tauschen in der Klasse nicht auf – und in der Mittelklasse ist der Wertverlust der Japaner und Koreaner so hoch, dass der Ford Mondeo tatsächlich der billigste Neuwagen der Klasse ist. Vorausgesetzt, man rechnet den Skoda Octavia nicht mit, der zwar in einer anderen Mietwagenklasse liegt, realistisch aber nicht weniger Platz bietet. Und das ist dann schon der Hammer: Der billigste Octavia hat zwar nur bescheidene 86PS, kommt aber mit 461 Euro aus – mit angemessenen 115PS sind es 471, also immer noch gut 1500€ im Jahr billiger als der Mondeo – da kann man ja schon ins Grübeln kommen, oder?



Mercedes E-Klasse S213

Zuhause in den Tiefgaragen großer Firmen: Dein Fuhrpark-Manager hat recht – er ist der billigste Wagen seiner Klasse….

Schauen wir noch weiter oben, in die Klasse, in der Mercedes, Audi und BMW regieren, dann wird einem bei den absoluten Summen ja zunächst einmal schlecht. 933€ liegen beim Referenzmodell Mercedes E200 als Limousine an. Ja, der hat mit 184PS soviel Saft wie in unserer Jugend der 300E vom Typ W124 – dennoch reden wir hier natürlich von fast 12.000€ im Jahr für ein Auto – und dann hat er noch lange keine dicken navis, Ledersitze und andere Späße….

Geht es billiger? Der kleinste A6 kostet 3 Euro mehr, ein 520er BMW liegt nochmals drüber – obwohl beide günstiger sind – also auch hier gewissermaßen verkehrte Welt: der teuerste, der Mercedes, kostet in Summe weniger… Unter 900€ kann man diese Klasse dennoch fahren: Der wirklich lässige Jaguar XF schafft das – mit dem 2 Liter Diesel. Hier fallen am Ende jeden Monats 888€ – die richtige Versicherung vorausgesetzt, denn die schwankt hier stark. Wer auf Image weniger Wert legt, kann auch hier erneut zum Skoda greifen, bekommt auf alle Plätzen mehr Raum und obendrein noch einen größeren Kofferraum – und das mit 190PS Diesel für 725€….

Was wieder mal zeigt: Es ist irre schade, dass die drei großen Premium-Marken alle anderen Marken der Oberklasse wie etwa die Oberklasse-Limousinen von Opel oder die Oberklasse von Ford weggebissen haben. Der klassische Granada der Neuzeit – ein großes Auto ohne Premium-Allüren, ist in Deutschland nur noch bei Skoda erhältlich.




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