Auto-Kosten: Was zählt wirklich?

Seit Jahren belustigen uns immer wieder Stammtisch-Diskussionen zum Thema „Ich hab mir einen neuen Wagen gekauft, weil der einen Liter weniger verbraucht…“

Da kann man nur sagen: Schuss nicht gehört und vermutlich von irrwitzigen Deutschen Autozeitungen gebrainwashed worden – über Jahre hinweg…

Nicht falsch verstehen: Geringer Verbrauch ist eine super Sache – aber sagen wir mal nur zum Spaß, du zahlst auf den Verkaufserlös Deines letzten Wagens 10000€ drauf, um anschließend einen Liter weniger zu verbrauchen. Nein – seien wir mal großzügig und sagen: Der neue Wagen braucht volle 2 Liter weniger. Kalkulieren wir mal den Spritpreis mit 1,25 – dann musst Du 4000 mal 100 Kilometer fahren, bevor du auch nur einen Cent mit dem geringeren Verbrauch einsparen kannst – das sind nach unseren Berechnungen 400.000 Kilometer – und wie gesagt: Das ist großzügig gerechnet.

Aral Cardplus

Gefühlte Unterhaltskosten entsprechen oft nicht den reellen – da ist Deutschland erstaunlich blind. Der Brite spricht schon seit 20 Jahren von „Total Cost of Ownership“

Tatsächlich sind die Unterschiede, die in den Unterhaltskosten durch Nachkommastellen im Spritverbrauch prinzipiell irrelevant – Nachkommastellen eben. Und da reden wir uns teilweise bei wirklich klugen Leuten seit Jahren die Zunge wund…

Der teuerste Faktor bleibt der Wertverlust (oder unserethalben eben die Leasingrate). Faustregel der Gebrauchtwagenverkäufer: Ein Wagen verliert in den ersten 42 Monaten pro Monat ein Prozent seines Wertes – das sind beim Germano-Standard-Wagen mittlerweile 291€ – für irgendeinen langweiligen Neuwagen im Stil des Touran!

So – jetzt mal kurzer Check für Nicht-BWLer:

  • Welchen Unterschied macht 1 Liter Verbrauch?
  • Welchen Unterschied macht eine schlechte Versicherungseinstufung?
  • Welchen Unterschied machen schlechte Steuerklassen beim Auto?

Genau: Vergiss die ganzen Diskussionsthemen. Erst kommt der Wertverlust, dann lange nichts, dann eine ganze Zeit lang nicht, dann die zu teure Versicherung. Und ja – irgendwann dann kommt auch der günstigere Verbrauch….
Bitter – aber: Soviel auch zu der Frage, was Du demnächst mit Deinem 40.000€ Plugin-Hybrid mit unklarer Wertentwicklung dadurch einsparen kannst, dass Du mit dem ach so billigen Strom fährst… Wer sich dem Thema von da nähert, ist ein Idiot.

Man muss sich wirklich noch einmal vergegenwärtigen, dass die 291€ sich nach 4 Jahren beim Durchnittsdeutschen somit schon zu gut 14.000€ summieren, die einfach so weg sind.

Vor gut drei Jahren haben wir eine gute Freundin davon überzeugt, unserem Konzept des Billigautos zu folgen – seitdem hatte sie insgesamt 5 Autos und in den 34 Monaten einen Wertverlust von 2440€ – und da reden wir nicht von „ollen Möhren“, sondern von Fahrzeugen mit Klima-Anlage und ESP, mit denen Du auch zum Vorstellungsgespräch fahren kannst. Und einen Wagen hat sie sogar beim Händler gekauft, also nicht auf einem diffus gefährlichen Hinterhof unter Aufbietung bizarrer Sprachkenntnisse erworben. Unsere Winterautos haben kürzlich wieder das ganz krasse Beispiel gezeigt – unser aktueller Peugeot geht am Samstag weg – und das ist auch wieder mal witzig.

Also: Lasst euch nicht weiter das Hirn aufblasen, sondern schaut euch die echten Zahlen und die Ergebnisse der Garantieversicherer an. Es gibt eine Welt neben dem Mainstream – und die kostet nicht mal die Hälfte und macht doppelt so viel Spaß, weil sie Dir lustigere Autos und viel Geld für cooler Sachen beschert.




Ein Kommentar

  • Werner Deuschle

    Nach einem Motorschaden bei meinem Audi 100 mußte schnell Ersatz her. Jetzt fahre ich einen Citroen xantia mit 153000 km um 150€,in den ich noch 50€ Reparaturkosten investieren mußte. Kann man noch billiger Auto fahren?

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