3er BMW unter 3000€ – voll krasser Rennwagen, ey?

BMW e36

Nur das Coupe hat die rahmenlosen Scheiben – aber die sind irgendwie schon lässig. Leider verhindern die langen Türen das Aussteigen in engen Parklücken

Er lockt immer noch – selbst ein Dreier BMW als Billigauto der Serie E36, die von 1990 bis 1999 gebaut wurde, ist immer noch ein Auto, mit dem man sich gut angezogen vorkommt.

Der 3er ist so beliebt, dass selbst von diesen 3ern durchaus noch Exemplare zu stattlichen Preisen gehandelt werden.

Und die billigen – was taugen die eigentlich? Lieber den 3er nehmen oder eine C-Klasse oder A4 – auch beides feine Mittelklasse-Wagen aus dieser Zeit, auch mit zu wenig Platz auf der Rückbank, den Audi mal halb ausgenommen.

BMW e36

schlicht und immer noch irgendwie elegant

Der E36 besticht in erster Linie durch seine giftige Art: Der Wagen lässt sich auch nach heutigen Maßstäben noch knackig sportlich bewegen, ist kurvenwillig und zeitgemäß gefedert und gedämpft.

Die Reihensechszylinder der BMWs muss man nicht gesondert loben – der seidige Lauf ist immer noch ein Traum – heute, wo sie in den aktuellen Reihen durch Vierzylinder ersetzt werden, vielleicht sogar umso mehr. Der röchelt, der fordert, der will es wissen, vor allem als 325 und 328.

Die Masse jedoch sind zunächst einmal 318er – und die haben 113PS und Vierzylinder.

Das schwierigste Problem des Dreiers: Vorbesitzer….

Objektiv betrachtet sind die dennoch nicht schlecht – 190 gehen sie allemal auch und mit dem Sprit sind die E36er BMWs erstaunlich und erfreulich knauserig – wer will kann die Wagen mit 7.5 Litern Benzin fahren – natürlich nicht in der Stadt; aber das ist schon ein beeindruckender Wert. Der entsteht für heutige Verhältnisse mit erfreulich wenig Technik – was auch für die erstaunliche Straßenlage gilt, die so ein 3er von Hause aus mitbringt. Hinzu kommt: Man redet immer viel über die Reihensechser bei BMW – aber die Vierzylinder gehen als wirklich robust durch.

Aber die hat der 3er BMW leider immer nur dann, wen seine Vorderachse gerade mal heil ist – und die Vorderachsen taugen leider nichts, der ganze Bereich aus Lenkung und Federung ist anfällig – und hier kommt hinzzu, dass der Wagen bis heute natürlich auch gerne von solchen Zeitgenossen gefahren wird, die auch mal gerne fest auf den Bordstein fahren, wen es die nötige Coolness gerade erfordert.

Und das ist das leider auch schon das größte Problem des 3ers – der gemeine Vorbesitzer. Man muss da nicht in schlimme Klischees verfallen – aber der 3er wird vorwiegend von solchen Leute gefahren, die man nicht gerne als Vorbesitzer hat: Bastelmut, waghalsige Fahrweise, Inspektionsverweigerung – all das kommt hier zusammen. Gepaart häufig – und da ist der BMW viel schlimmer als seine Pendants von Mercedes oder Audi – mit einem entspannten Verhältnis zur Legalität.

Da reißt der Sitz gerne mal auf

Das magische Wort heußt hier „Pixelfehler“ – tatsächlich kommen Pixelfehler in den Displays dieser Baureihe vor – nicht einmal selten. Leider sind sie auch sehr sehr häufig das Ergebnis von Tachojustierungen. Bei unseren aktuellen Recherchen hatten allen 3 von 7 probe gefahrenen Exemplaren offensichtliche Merkmale in dieser Richtung. Abgegriffene Lenkräder bei 95.000 Kilometer Laufleistungen gibt es einfach nicht bei diesem Dreier – wenn da nicht mal mindestens eine 1 vorne gefehlt hat – oder schlimmer…

Besser sind die Exemplare mit Automatik. Dier werden auch mal von gut situierten älteren Damen chauffiert, die eher Sherry aus angemessenen Christall-Gläsern als Hansa Pils aus Dosen konsumieren. Auch die Cabrios und Coupés sind im Normalfall besser gepflegt. a kann man schon noch mal 3.000€ auf den Tisch legen, wenn der TÜV auch der Meinung ist und die vorderen Achsen gemacht sind. Sonst muss klar sein:

Immer noch ansehnlich und ergonomisch perfekt!

Bei Exemplaren unter 1000€ kann kein Spass aufkommen – ab 1500 findet man schon mal gute, aber bei denen sind mindestens die Sitznähte aufgerissen – leicht zu beheben, aber eine 3er Krankheit. Die jedoch lässt viel über den Besitzer erahnen – gerade weil sie so leicht zu beheben ist.

Rost ist auch nicht ganz unüblich – aber im Normalfall an sichtbare Stellen und leicht zu machen.

Fazit: Geile Schleuder, die immer noch nicht veraltet wirkt – die oft dubiosen Vorbesitzer vergraulen einem den Wagen oft. Der A4 ist im Schnitt meist der bessere Kauf in der Klasse.