100 Kilometer für 91 Cent?

Mit 91 Cent kommst Du heute vielleicht noch von München nach Starnberg – trampend wohlgemerkt und den Verzehr einer 0,33er Flasche Wasser unterstellt 😉 Aber ganz im Ernst: Viel weiter kommst Du nicht.

Auch mit unserem neuen Fahrzeug kommt man in der Vollkostenrechnung nicht 100 Kilometer weit für das Geld – aber beim Kraftstoff klappt es schon mal – un der Rest ist auch recht überschaubar.

Wie das?

Wir haben uns einen E-Roller zugelegt – und der macht richtig Spaß, nicht nur auf Kostenseite. Und das schon von Anfang an, denn wir haben unseren „Classico“ in einer coolen Signalfarbe günstig geschossen – auf einer Frühjahrsmesse im mitteldeutschen Niemandsland. Trotz eines amtlichen Einstandspreises von 1699€, für die der Roller auch bei Amazon verkauft wird, haben wir ihn für 1200 bekommen, weil es ja das Vorführmodell war…. (Da das leider laut Händlervertrag verboten ist gibt es hier keine Bilder des Rollers in der coolen Signalfarbe, damit hier niemand Ärger bekommt…)

E-Roller 45 KM/H

Amazon und Conrad Electronis sind mittlerweile in diesem Segment breit aufgestellt. Erste (hässliche) Rolle, die 45 KM/ laufen und mit dem normalen Autoführerschein gefahren werden können, gibt es ab 799€ – die Zubehör-Lage ist schlecht

Unser „Classico“ Roller wird mit „mediterranem“ Design beworben – und das ist keine Marketing-Lüge. Das Ding ist wirklich dekorativ und steht einer Vespa in nichts nach. Kurzer Reminder: Das Ding kostet 1700 Schleifen – aber das macht deutlich mehr her!

Angegeben ist der Roller mit 45 KM/H – wir haben uns von ein paar befreundeten Polizisten probehalber blitzen lassen mit knapp 51 KM/H – hier muss man auch die kleinen Feste feiern 😉 Aber im Ernst: In der Stadt geht das und darüber hinaus ist die Beschleunigung phänomenal – 40 KM/H liegen praktisch sofort an; das ist nicht so wie damals, als Du mit Deinem Mokick den Berg mit 21 KM/H hochgegurgelt bist, 22, wenn Du Dich flach hingelegt hast… 😉 Nein – das hier macht Spaß. Und cool ist es natürlich obendrein, denn die Betriebskosten sind schier lachhaft. Knapp 70 Kilometer Reichweite tun es auch für größere Städte. München Zentrum bis Starnberg klapp beispielsweise allemal – und MUC – STA und zurück ist eng, ist aber sicherlich auch oberhalb des typischen Einsatzgebietes.

Für die Wochenend-Vergnügen wie Brunch mit den Freunden, die wichtigsten Einkäufe in den Rucksack, Abends ins Kino und am Sonntag früh noch raus zum Baggersee, kommst Du am Wochenende mit Strom im Wert von einem Euro raus. Jesus – das ist wirklich großartig und schon fast ein wenig surreal – und da geht dann schon mal locker noch eine Zimtschnecke extra 😉

E-Roller mediterran

Und ja: Es gibt sie auch in hübsch. Leider bringe die alten 2Takt-Tuning-Kenntnisse hier exakt gar nichts… 😉

Böse: Für diese billigen Roller bekommst Du praktisch nirgends Zubehör wie etwa ein Topcase für ein wenig mehr Einkäufe oder ähnliches. Und am besten fragst Du auch vorher mal in der Gegend rum, welcher Mechaniker die Teile bekommt und dir mal die Bremsen wechseln kann und ähnliches.

Ansonsten fühlen wir uns ein wenig wie in der besseren Version eines 16jährigen. Die Leute reagieren sehr positiv auf unser dekoratives Gefährt, stellen immer wieder Fragen, wenn man irgendwo damit aufkreuzt.

Einziges wirklich heftiges Sicherheitsmanko: Hunde, vor allem Schäferhunde. Die hassen uns. Wir kommen geräuschlos an und zischen an ihnen vorbei – viele Hunde fühlen sich da irgendwie angegriffen…. Geht leider auch immer wieder Passanten so. Wir haben jetzt eine stärkere Hupe montiert, Batteriebetrieben übrigens…

Aufladen dauert übrigens etwas über 4 1/2 – 5 Stunden, obwohl die Anleitung von 6 Stunden spricht. Aber mehr wäre auch okay – wir erledigen das nachts in der Garage – und unter 4 1/2 Stunden Schlaf sollten die meisten Leute ja wohl nicht dauerhaft auskommen, oder?




6 Kommentare

  • volkszorn

    Schwachpunkt ist immer noch der Akku, verliert mit den Jahren deutlich an Kapazität und ist nicht gerade billig. Für noname Roller kann man froh sein noch eine zu finden…

    • billigautos

      Das ist uns auch schon durch den Kopf gegangen. Ich denke allerdings, das wird auch eine Frage des gesamtwirtschaftlichen Modells der Dinger. Irre für die Umwelt, aber die NoName-Roller sind zzt so billig, dass es vermutlich günstiger wird, sie im Zweifel wegzuwerfen, als beispielsweise die auferstandene Schwalbe für 6.000 Schleifen zu kaufen, für die man dann einen gescheiten Ersatz-Akku bekommt. Irre.

  • Stefan Zelazny

    Hier in Berlin fahren die als Sharingmodell massiv rum. Günstig und macht Spaß 😉

    Bisher habe ich leider noch kein Modell gefunden, welches bezahlbar ist und mit einem 125er Roller vergleichbar. Wäre das ultimative Pendlermobil. Falls da jemand einen Tip hat, würde mich das sehr freuen.

  • Pingback: 4 Euro Betriebskosten pro 100 Kilometer: Billige Elektro-Autos im Überblick - Billigautos.de!

  • Patrick3331

    Anstatt mit einen NoName E-Roller ein groesseres Risiko einzugehen, warum nicht einen der erhältlichen besseren E-Roller nehmen?

    Niu (zwar recht neu am Markt) scheint da alles richtig zu machen. In DE und AT teilweise zu guten Preisen zu bekommen, in CH leider zu teuer.

  • Pingback: Billige Elektro-Autos, Teil I: Der Renault Twizy - Elektrokult? - Billigautos.de!

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